Stadtfeld l Trainer Bennet Wiegert war am Samstagabend ziemlich angefressen. Zwar brachte das 30:22 der SCM-Youngsters gegen Schlusslicht TG Münden den fünften Sieg im fünften Spiel unter seiner Regie, doch zeigten die Elbestädter dabei vor allem in der Defensivarbeit gegen die sichtlich limitierten Gäste große Schwächen.

"Wir boten heute nicht unseren gewohnten Tempohandball, müssen besser in der Abwehr arbeiten", so der Coach. Ganz offensichtlich hatten die Magdeburger die gehandicapten Niedersachsen, die nicht nur sportlich sondern auch finanziell am Abgrund stehen, teilweise mit Verbandsligaakteuren antraten, unterschätzt.

Die Folge waren viele technische Fehler, schlechte Würfe und teilweise Riesenlücken in der Abwehr. Youngsters-Coach Wiegert betont zwar immer wieder, dass das Ergebnis des Spiels zweitrangig sei, die indi-viduelle Entwicklung der Talente entscheidend ist, doch die Leistung gegen Münden schlug dem 32-Jährigen ganz schön auf den Magen. Etwas Gutes gewann der Coach dem "Trauerspiel" dennoch ab: "Die Jungs haben diesmal so viele Fehler gemacht, da habe ich die ganze Woche etwas zu erklären."

Zwei Gewinner hatte das Drittliga-Spiel aber auch. Vincent Sohmann, der ein erstes Vertragsangebot erhalten hat, brillierte als Anspieler und Vollstrecker gleichermaßen, bekam anschließend beim Betreten des VIP-Raumes Sonderbeifall.

Der zweite Lichtblick des Abends war der erst 17-jährige Rückraumspieler Tim Wiebe. Gerade noch rechtzeitig mit einer Sonderspielgenehmigung bedacht, gelang dem gebürtigen Doberaner am Sonnabend um 19.52 Uhr per Sprungwurf sein erstes Männer-Tor zum zwischenzeitlichen 10:8.

"Ich bin zufrieden mit meinem Debüt", erklärte der 1,97-Meter-Recke nach dem Schlusspfiff. Eher über Umwege kam der "Fischkopp" im vergangenen Sommer zu den A-Jugend-Handballern des SCM, ist von Haus eigentlich Leichtathlet und wurde im Sommer 2013 bei den Deutschen Meisterschaften in Rostock überraschend Deutscher U-20-Meister im Speerwurf.

"Mein älterer Bruder Hein brachte mich in Bad Doberan zur Leichtathletik, später in Rostock dann zum Handball. Ich spiele erst seit dem zweiten C-Jugend-Jahr Handball, bleibe jetzt aber dabei", so Tim Wiebe, der sich mittlerweile in Magdeburg gut eingelebt hat: "Unter Herrn Wiegert habe ich auch schon bei den Youngsters mittrainieren können." Und am Sonnabend gegen Münden durchaus erfolgreich debütiert.