Magdeburg l Sechster Sieg im sechsten Spiel für Youngsters-Trainer Bennet Wiegert. Doch der 31:30 (16:11)- Erfolg beim TV Groß Umstadt war nichts für schwache Nerven. Die Gäste gerieten zwar nur einmal in Rückstand (0:1), durchlebten aber einmal mehr ein Wellental der Gefühle und mussten in der umkämpften Schlussphase um den Sieg bangen.

Tim Hornke, der Rechtsaußen bot sich an auszuhelfen und gleichzeitig Spielpraxis zu sammeln, fuhr nach dem Schlusspfiff mit dem Taxi zum Spielerhotel der Bundesligamannschaft nach Darmstadt, brachte die Elbestädter mit 8:4 in Führung (17. Minute).

Vincent Sohmann baute den Vorsprung auf sieben Tore (9:16/24.) aus, Tim Ackermann traf kurz vor der Pause zum 9:16 (28.). Als Tomasz Gebala zum 15:21 (38.), Hornke später zum 19:27 (47.) trafen, schien die Partie gelaufen.

"Bis dahin bot die Mannschaft ihre beste Leistung, seitdem ich dabei bin. Auch in der Abwehr passte alles, wurde aggressiv zugepackt", war Trainer Bennet Wiegert voll des Lobes. "Aber", so die anschließende Kritik, "wir schaffen es nicht, die Leistung über die kompletten 60 Minuten zu zeigen."

Etwa ab der 40. Minute stellten die Magdeburger das Handballspielen ein, zollten wohl auch dem Tempospiel Tribut und fabrizierten überdurchschnittliche 18 technische Fehler. Zum Glück "gelangen" den Gastgebern sogar 22 technische Fehler, so dass ihnen schlussendlich auch nicht der 8:0-Lauf zum 27:27 (56.) etwas nutzte.

Zu knabbern hatten die Elbestädter auch am frühen Ausfall von Alexander Saul, der nach zehn Minuten mit Knieproblemen raus musste, und den elf Zeitstrafen, einschließlich Disqualifikation für Tim Ackermann.

"Die Schiedsrichter zogen ihre Linie allerdings auf beiden Seiten durch, so dass man sich darauf einstellen konnte", relativierte Wiegert. Der freute sich aber darüber, dass Maximilian Janke mit zwei wichtigen Toren in der Schlussphase die Nerven behielt und "sich keiner von denen, die nach der Saison den Verein verlassen werden, hängen ließ."

So hieß es für die Youngsters am Sonnabend nach starkem kämpferischen Aufbegehren - Ende gut, alles gut.

SC Magdeburg II: Ambrosius, Schneider - Hornke 7, Saul 1, Janke 3, Ackermann 3, Gebala 6, Sohmann 7, Hartfiel 2, Carstens, Kaffenberger, Wilke, Wasielewski, Sommermeier 2/1. Schiedsrichter: Homa/Mehl (beide Stadeln) - Zuschauer: 400. Siebenmeter: TV 6/5 - SCM 1/1. Zeitstrafen: TV 6 - SCM 11, Disqualifikation Ackermann (55.)