Alle Jahre wieder gibt es naturgemäß bei den SCM-Youngsters einen personellen Umschwung, gehen Spieler, rücken neue Talente nach. Doch so radikal wie nach dieser Saison war es in der Vergangenheit noch nie. Dabei bleiben Härtefälle nicht aus.

Magdeburg l So früh wie noch nie gaben die neuen sportlichen Verantwortlichen, Steffen Stiebler und Bennet Wiegert, die Entscheidung öffentlich bekannt. Drei Monate vor dem Saisonende Mitte Mai haben damit alle Beteiligten Klarheit.

Während mit Philip Am-brosius, André Czech, Alexander Saul, Maximilian Janke, Maciej Gebala, Tomasz Gebala und Vincent Sohmann das Grundgerüst der künftigen "Youngsters"-Mannschaft steht, müssen Felix Hendrich, Niklas Sommermeier, Lennart Carstens, Tim Ackermann, Maurice Wilke, Sven Vogel, Gordon Kaffenberger, Bert Hartfiel und Maximilian Rühl den Verein zum Saisonende verlassen (Volksstimme berichtete).

Einen solch radikalen Schnitt mit neun Abgängen gab es noch nie, und doch ist er nachvollziehbar, soll die Nachwuchskonzeption des SCM unter dem Motto "Perspektivteam 2016" greifen. Neu-Trainer Bennet Wiegert, der maßgeblich an den Gesprächen beteiligt war und für einen schnellen Durchlass von der A-Jugend über die Youngsters zum Bundesliga-Team eintritt, sagt: "Bei den Youngsters wird kein Spieler alt. 26-jährige Youngsters wird es nicht geben. Die Youngsters sind praktisch ein A-plus-Team. Wir geben gute Spieler ab, die Region wird sich die Finger nach ihnen lecken."

Kreisspieler Tim Ackermann, in Magdeburg geboren und beim SCM großgeworden, wurde kalt erwischt. "Ich war schon sehr traurig, als ich die Entscheidung mitgeteilt bekam, auch wenn ich schon etwas ahnte. Enttäuscht bin ich über die Art und Weise. Außer Bennet Wiegert hat niemand mit mir gesprochen. Ich denke mal, die Gründe liegen weniger im sportlichen als im wirtschaftlichen Bereich", so der 19-Jährige, der seit dem Herbst an der Uni Wirtschaft und Sport auf Lehramt studiert.

"Akki wird seinen Weg gehen. Er hat gesehen, dass es für die erste Mannschaft noch nicht reicht. Maciej bringt mehr Physis mit", begründet Wiegert die Entscheidung gegen Ackermann und für den Polen. Maciej Gebala, älterer Bruder von Youngster Tomasz Gebala, derzeit mit Zweitspielrecht für Ligakonkurrent HC Aschersleben aktiv, ist zwei Meter groß, Ackermann misst "nur" 1,89 Meter.

"Ich hätte mich gefreut, wenn beide eine Chance bekommen hätten, ein Jahr zusammen zu spielen. Für mich hat Ackermann derzeit noch das bessere Spielverständnis. Aber vielleicht ist das für seine sportliche Entwicklung sogar die bessere Entscheidung", so A-Jugend-Trainer Harrys Jahns, der den weiteren Weg seines einstigen Schützlings gespannt verfolgen wird.

Tim Ackermann, der an der Grundschule Pechauer Platz mit dem Handball begann, ehe er elf Jahre gemeinsam mit Maurice Wilke für den SCM spielte, ist zu 95 Prozent mit seinem neuen Verein einig. Nach Volksstimme-Informationen soll es sich dabei um den SV Anhalt Bernburg handeln.

Bilder