In der Fußball-Verbandsliga schlüpfte der MSV 90 Preussen in die Rolle der Reserve des 1. FC Magdeburg. Die mit zahlreichen ehemaligen Akteuren aus Cracau gespickten Sudenburger liegen zur Winterpause in der Tabelle auf Rang eins, traten damit die Nachfolge des letztjährigen Landesmeisters 1. FC Magdeburg II an.

Sudenburg. "Wir wollen oben mitspielen", so bezeichnete Dirk Hannemann, Trainer des Fußball-Verbandsligisten MSV 90 Preussen vor der Saison die Zielstellung für seine Mannschaft. Dass es zur Halbzeitpause Platz eins werden würde, daran hatte keiner gedacht. Trotzdem spricht man am Germerstadion nicht von Zufall. "Diese Platzierung hat sich die Mannschaft ganz hart erarbeitet", so der Trainer.

Dabei begann die Saison mit einer Niederlage. In Piesteritz unterlagen die Elbestädter mit 0:2. Doch dem schloss sich eine Miniserie von drei Siegen gegen Wolfen (H, 1:0), in Völpke (2:0) und zu Hause gegen Bernburg (2:1) an. Voller Hoffnungen fuhren die Sudenburg nach Halle zum BSV Ammendorf, um mit einer 1:2-Niederlage die Heimreise anzutreten. Dem folgten Siege zu Hause gegen Arnstedt (3:1) und in Amsdorf (3:0). Als man glaubte, sich wieder gefangen zu haben, tauchte der VfB Sangerhausen im Germerstadion auf und gewann mit 2:1.

Doch dem folgte ein tolles Spiel beim damaligen Spitzenreiter Sandersdorf mit einem für den Gastgeber schmeichelhaften Remis. Dieses legte bei den Sudenburgern auch das letzte Kraftkörnchen frei, denn bis zur Winterpause gaben die Sudenburger in fünf Spielen keinen Punkt mehr ab, gewannen in Staßfurt und Stendal jeweils 1:0, setzten sich zu Hause gegen Oschersleben (2:0), den HFC II (2:1) und Naumburg (4:1) mehr oder weniger klar und verdient durch.

"Die Spiele in dieser guten erste Halbserie haben gezeigt, dass wir uns im Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft deutlich gesteigert haben. Zudem ist unser Konter- und Umkehrspiel effektiver geworden", sieht Hannemann die Ursachen für die Leistungsexplosion nach den Rängen elf und neun in den Jahren zuvor. Zudem habe man sich gezielt verstärkt. Vorallem mit Mittelfeldmann Mario Hosenthien einen Spieler verpflichten können, welcher der Mannschaft noch viel mehr helfen kann, als er es in der ersten Hälfte bereits tat.

Trotz des Lobes von allen Seiten haben Hannemann und sein Co-Trainer Dirk Nitzschke, der im Saisonverlauf wieder seine angestammte Funktion vom sich nur kurzzeitig im Germerstadion aufhaltenden Mike Schröter übernahm, noch genügend Reserve gesehen. "Da wäre zum einen der Abschluss, der sich verbessern muss. Auch im Abspiel haben wir noch Reserven, können uns da noch steigern. Und letztlich können wir noch besser werden, wenn wir unsere Raumaufteilung noch verbessern würden."

Für die zweite Halbserie haben sich die Preussen jedenfalls einiges vorgenommen. "Bei uns plant niemand mit der Oberliga. Trotzdem wollen wir weiter oben mitspielen. Das sind wir unseren Sponsoren, unserem Umfeld und auch uns selber schuldig." Für Hannemann gehören die ersten sieben Mannschaften zum erweiterten Favoritenkreis für den Aufstieg. Also auch die Preussen, die sich nicht kampflos den ersten Platz abnehmen lassen wollen. Ein erster Gradmesser ist da bereits das erste Rückrundenspiel gegen Piesteritz.

Bleibt die Frage, was die Preussen machen, wenn es letztendlich doch Platz eins wird?