Von Carsten Roloff

Bernburg l Tim Ackermann ist einer von neun Spielern, die am Ende der Saison die zweite Mannschaft des SC Magdeburg verlassen müssen. Der Kreisläufer durfte beim Landesderby in Bernburg schon einmal einen Blick in sein neues "Wohnzimmer" werfen und war von der Stimmung in der Hinz-Halle angetan, nicht aber von der 32:37 (18:18)-Niederlage der Youngsters beim SV Anhalt, die auch das zweite Derby in dieser Saison gegen die Schwarz-Gelben verloren. "Uns hatte hinten heraus etwas die Kraft gefehlt. Deswegen haben wir zu viele 1:1-Duelle verloren. Am Ende ging uns einfach die Puste aus", meinte Ackermann.

Nicht nur der fehlende Sprit im Tank führte zur ersten Niederlage der Magdeburger im Jahr 2014. Die Gäste, die zudem auf einen hoch motivierten Gegner trafen, standen sich selbst im Weg. "Wir sind in einigen Situationen an uns selbst gescheitert", meinte Trainer Bennet Wiegert nach dem Abpfiff. Teambetreuer Frank Munter hatte vergessen, Gordon Kaffenberger auf das Spielprotokoll zu schreiben. Das Kampfgericht bemerkte den Fehler. Die Gäste erhielten in der 24. Minute ihre erste Zeitstrafe. Das nutzte der SV Anhalt, der kurz zuvor noch mit 13:16 (22.) hinten lag, zum 16:16-Ausgleich.

Nach seinem überharten Einsteigen gegen Kilian Kraft sah Lennart Carstens in der 42. Minute die Rote Karte und erwies damit seiner Mannschaft einen Bärendienst. Das größte Problem hatten die Gäste aber auf der Torwartposition. Ganze drei Bälle parierten Felix Hendrich und Florin Schneider. So konnten die Youngsters nicht ihr gefürchtetes Konterspiel aufziehen. Im Gegenteil, die Gäste kassierten sieben Gegentore nach Bernburger Tempogegenstößen. So setzte sich der SV Anhalt nach der erstmaligen Führung (21:20., 36.) bis zur 55. Minute auf 34:30 ab.

An Ackermann lag es nicht, dass die Magdeburger Siegesserie riss. Der Kreisläufer erzielte vier Tore und holte drei Siebenmeter heraus. "Wir sind froh, dass wir Tim verpflichten konnten", so Bernburgs Trainer Christian Pöhler. Auch bei den Bernburger Handball-Fans hat der Neuzugang einen starken Eindruck hinterlassen.

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