Magdeburg (hol) l Der alte ist auch der neue Pokalsieger des Volleyball-Verbandes Sachsen-Anhalt (VVSA).

Das mussten die USC-Volleyballer, die dem favorisierten Bundesligisten VC Bitterfeld/Wolfen zumindest drei Sätze lang Paroli geboten hatten, nach dem 3:1 (20, -27, 21, 11)-Erfolg des Zweitligisten anerkennen, obwohl man sich insgeheim vielleicht doch etwas mehr ausgerechnet hatte.

Das Spiel begann gleich nach dem Geschmack der Hausherren, die mit viel Aufschlagdruck den USC-Sechser arg in Bedrängnis brachten. Nach dem 5:0 sah sich die Magdeburger Bank beim 9:3 erstmals genötigt, durch eine Auszeit den Spielfluss der Gastgeber zu unterbrechen. Und das schien zu fruchten, denn die "Studenten" kamen nun besser ins Spiel, veranlassten den gegnerischen Trainer beim 13:11 ebenfalls dazu, beim Kampfgericht eine Pause zu beantragen.

In der Folgezeit konnten sich die Chemiestädter zwar wieder leicht absetzen, der USC blieb aber dran und war beim 21:19 wieder in Schlagdistanz. Nach der erneuten Auszeit des VC-Trainers hatten seine Akteure dann aber die zwingenderen Aktionen bis zum ersten Satzgewinn.

Trotz des "verkorksten" Einstiegs in die Begegnung und des Satzverlustes hatten die Gäste aber ihre Anfangsnervosität abgelegt und traten im Folgedurchgang mit mehr Selbstvertrauen auf. Bis zum 22:19 waren aber trotzdem die Hausherren in Front ehe dem USC-Team bei Aufschlag von Michael Petereit ein 4:0-Lauf gelang. Der hohe Aufschlagdruck, ein gut positionierter Block und "schnelle Beine" in der Abwehr ermöglichten den Magdeburgern nach dem 23:19 beim 24:22 den ersten Satzball, den aber die Bitterfelder abwehren konnten und ihrerseits zum 24:24 ausglichen.

Was nun kam, war nichts für schwache Nerven: 25:24 für Magdeburg, 25:25, 26:25-USC-Führung, 26:26, 26:27-Vorteil Bitterfeld, doch der Sechser der Elbestädter behielt die Nerven, holte sich mit bedingungslosem Einsatz noch mit drei Punkten in Folge den Satz zum 1:1-Ausgleich.

Anschließend knüpften die Elbestädter in Durchgang Nr. drei dann auch gleich da an, wo sie kurz zuvor aufgehört hatten, waren beim 7:5 gut im Rennen. Doch der Zweitligist konnte ebenfalls noch "eine Schippe drauflegen" und erspielte sich wieder eine komfortable Führung, die die Magdeburger beim 20:18 zwar noch einmal reduzieren konnten, den Satz und die 2:1-Führung holte sich aber das Heimteam.

Den letzten Spielabschnitt sollten die Gäste so schnell wie möglich vergessen, denn beim 21:11 für Bitterfeld lief so gut wie nichts zusammen, und der VC konnte einen verdienten Finalsieg verbuchen.

"Wir haben uns drei Sätze lang über weite Strecken gut verkauft, letztendlich hat aber nur Felix Glücklederer die erhoffte Leistung über die Gesamtspieldauer erbracht. Bei allen anderen Akteuren war das Auf und Ab zu groß", zog USC-Trainer Hendrik Oelze, der sich nach 23 Jahren zurückzieht, nach seinem letzten Spiel ein ernüchterndes Fazit. Alles in allem trug das USC-Team sein Scherflein zu einer gelungenen Gesamtveranstaltung bei, auch wenn der letzte Satz doch ziemlich frustrierend verlief.

USC: Abramowitsch, Duvigneau, Ebeling, Engel, Glücklederer, Griep, Hockarth, Noack, Petereit, Schmidt, Stimming, Stöter