Magdeburg. Die in der Vergangenheit erfolgsverwöhnten Kicker der FCM-Traditionself mussten zuletzt einige schmerzhafte Niederlagen hinnehmen, zuletzt am vergangenen Freitag beim Hallenturnier in Gera, als die Blau-Weißen um Wolfgang Seguin nach Niederlagen gegen Erzgebirge Aue (0:3), den FC Schalke 04 (1:5) und Turniersieger Carl Zeiss Jena (0:4) vorzeitig ausschieden.

"Die anderen Mannschaften sind im Schnitt um die 20 Jahre jünger, während wir versuchen, den einen oder anderen EC-Sieger von 1974 zu bringen", sieht Betreuer Jürgen Brennecke einen Grund für die derzeitige sportliche Erfolglosigkeit. Zwar stehe bei allem sportlichen Ehrgeiz nicht das Ergebnis, sondern der Spaß im Mittelpunkt, doch der konnte auch "Paule" Seguin zuletzt vergehen.

Der 65-jährige Mannschaftskapitän der FCM-Traditionself zur aktuellen Entwicklung: "Wenn wie zuletzt in Gera ohne ordentliche Altersbegrenzung gespielt wird, haben wir kaum noch eine Chance. Da waren zum Beispiel Beinlich, Hartmann oder Jenas Jovanovic dabei. Mit 50 bin ich den anderen auch noch weggelaufen."

Doch lassen kann "Paule" vom Fußball noch längst nicht, spielt mit Alemannia Stendal in der Ü-32-Liga, dazu in der Ü-50-Kleinfeld-Liga mit Lok Stendal regelmäßig um Punkte. "Ich bin glücklich, dass meine Knochen noch halten. Wenn ich merke, mir laufen alle weg, dann macht es keinen Spaß mehr und ich höre auf", so Seguin, der mit 50 noch als Spielertrainer bei Motor Mitte am Ball war, seine Karriere danach an der Seite von Sohn Norman bei BW Wanzleben ausklingen ließ.

Heute ist Seguin mit Stendals Ü 50 unterwegs, spielt Freitag mit der Ü 32 um Punkte und ist am Sonnabend mit der FCM-Traditionself in Senftenberg am Ball. Rentner leben ruhiger.