Der 11. Kroschke-Cup im Hallenfußball ist Geschichte, der 12. kann und wird im nächsten Jahr kommen. Mit der U 23 von Eintracht Braunschweig siegte der einzige auswärtige Gast, während Regionalliga-Konkurrent 1. FC Magdeburg einmal mehr enttäuschte.

Stadtfeld. Das Kaiser-Team gewann nur zwei Spiele, musste sich der SG Handwerk mit 1:2 geschlagen geben und verspielte mit einem 1:1 gegen den MSV Börde den möglichen Finaleinzug (Volksstimme berichtete). Da mag auch der Sieg im Neunmeterschießen gegen die eigene Zweite nur wenig trösten.

Trainer Ruud Kaiser war noch lange nach Turnierende in den Katakomben der Gieselerhalle sauer, faltete zuvor in der Kabine erst einmal Pechvogel Sumelka, der mit einem Ballverlust gegen Börde das 1:1 durch Tim Weisser verschuldete, zusammen. "Ich bin ganz unzufrieden, weil wir mit unseren Qualitäten ja der Favorit waren. Gegen Handwerk spielten wir ohne Biss, gegen Börde waren wir eine Minute vor Schluss beim 1:0 noch im Finale. Ich will immer gewinnen, selbst wenn ich gegen meine Frau spiele", so der Trainer beim Feierabendbier mit Blick auf seine neben ihm sitzende Gattin Marina.

Freude dagegen beim MSV Börde, auch wenn es zum zweiten Mal in Folge als Finalist nicht zum ganz großen Wurf reichte. Trainer Michael Heckelmann: "Hallenturniere kann man nicht planen, doch lief es für uns nahezu optimal. Die Mannschaft hat eine Topleistung abgeliefert, vor allem die jungen Bengels waren toll. Mit Braunschweig hat aber die spielstärkste Mannschaft verdient gewonnen." Die sorgte mit Christian Skoda als fliegenden Torwart stets für eine Überzahl auf der Platte.

Auch bei der SG Handwerk, die nicht nur den FCM dank des Doppelpacks von Thomas Wolff mit 2:1 schlug, sondern auch lange Zeit zumindest vom Erreichen des kleinen Finales träumen durfte, ehe es im letzten Gruppen-Spiel gegen den MSV Börde nach 1:0-Führung durch einen "Strich" von Andreas Brockel noch eine 1:2-Niederlage gab, war man nicht unzufrieden. Co-Trainer Martin Riemann, der seinen noch bis morgen in Afrika urlaubenden "Chef" Tobias Ellrott vertrat, meinte: "Wir sind mehr als zufrieden, auch wenn die Derby-Niederlage gegen TuS Neustadt schmerzt. Am Ende lief es etwas unglücklich für uns."

Der als "Bester Spieler" geehrte Thomas Wolff wunderte sich etwas über seine Auszeichnung, nahm den Pokal und die Armbanduhr aber dankend entgegen. "Da spielten wohl meine beiden Tore gegen den FCM eine Rolle", so der 23-jährige Schönebecker, der elf Jahre beim SSC kickte, später zwei Spielzeiten für den SSV in der Verbandsliga aktiv war, ehe er im vergangenen Sommer von der TSG Calbe zum Umfassungsweg kam.

Wolfgang Sandhowe, Trainer der FCM-Zweiten, haderte nach dem vorentscheidenden 2:2 gegen den späteren Turniersieger Braunschweig II ein wenig mit dem Schicksal: "Mit etwas Glück hätte wir das Spiel auch gewinnen können, wären dann Gruppensieger und im Finale." Torwart Robert Sträter wehrte in jenem Spiel innerhalb von Sekundenbruchteilen drei Knaller ab, um dann doch durch Leutrim Kabashi den 2:2-Ausgleich zu kassieren. Im Neunmeterschießen um Platz drei gegen die eigene Erste ließen es die Sandhowe-Schützlinge dann wohl etwas zu locker angehen. Torjäger Matthias Deumelandt behielt den Trainingssweater an, scheiterte prompt an Flückiger. Leicht angesäuert düste Sandhowe denn auch sofort nach Turnierschluss in seine Wahlheimat Potsdam.

Pluspunkte sammelte Turnierneuling SV Fortuna bei Veranstalter Heiner Laugisch: "Die haben viele Karten abgenommen, pünktlich und korrekt abgerechnet und auch Stimmung in der Halle gemacht. Einziger Wermutstropfen: die Zeitstrafen gegen Helmecke, Weiß und Baptist beim 0:7 gegen Eintracht Braunschweig II.

Etwas Mitleid konnte man schon mit den SCM-Handballern haben. Bennet Wiegert gelang beim 1:6 gegen Eintracht der erste Treffer, nachdem es zuvor gegen die Preussen und die FCM-Zweite bereits derbe Klatschen gab. Beim 2:4 gegen Fortuna wurde es dann sogar spannend, denn Zsolt Balogh und Fabian van Olphen konnten zweimal verkürzen, doch "Titan" Kjell Landsberg im SCM-Tor blieb letztlich einmal mehr machtlos.

Namensgeber Klaus Kroschke zeigte sich auch vom 11. Turnier sehr angetan, versprach eine Neuauflage 2012. "Ich hätte natürlich gern einer Magdeburger Mannschaft den Turniersieg gewünscht, da es ja auch ein Magdeburger Turnier ist, doch Eintracht war nun mal sportlich die beste Mannschaft", so der Braunschweiger Geschäftsmann nach der Siegerehrung.

   

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