Zum zweiten Mal in der noch jungen Oberliga-Saison gewannen die Ringer des MSV 90 denkbar knapp, diesmal mit 14:12 beim Titelverteidiger KAV Mansfelder II.

Eisleben l Im ersten Kampf des Abends musste 57-Kilo-Mann Martin Rößner gegen den Eisleber Matthias Neumann nach starkem Beginn dem kraftraubenden Anfangstempo und der besseren Physis seines Gegners Tribut zollen und letztlich eine Schulterniederlage einstecken.

In der Gewichtsklasse bis 130 kg stellte sich dann Bernd Heller, eigentlich Trainer der Mannschaft und mit weniger als 100 kg Körpergewicht auch kein Superschwergewichtler, dem amtierenden deutschen Meister der Kadetten, Nationalkader und Europameisterschaftsteilnehmer, Dominik Klann. Hier planten die Eisleber und schon mit der Höchstpunktzahl, doch der mittlerweile 50-jährige Heller hielt gegen seinen rund 30 Jahre jüngeren Kontrahenten so gut mit, dass dieser nicht über einen knappen Punktsieg hinauskam.

Beflügelt von dieser Energieleistung des Trainers ging Stefan Müller im Limit bis 61 kg gegen Christian Borgwardt auf die Matte. Mit blitzsauberen Würfen spielte Müller trotz des für ihn ungewohnten griechisch-römischen Stil seine ganze Routine aus und schickte den Lutherstädter mit technischer Überlegenheit von der Matte. Ihm tat es Sebastian Ecklebe im Limit bis 98 kg gleich, der seinem Gegner Rashid Ali mit technisch hochklassig ausgeführten Beintechniken eindrucksvoll Anschauungsunterricht gab.

So lagen die Magdeburger nach vier Kämpfen mit 8:6 Mannschaftspunkten in Front.

Zu seinem Saisondebüt kam Mike Brauer in der Gewichtsklasse bis 66 kg gegen Sebastian Schmidt, den er schulterte. Danach kam es zum Duell bis 86 kg, in dem der Magdeburger Michael Kraska im griechisch-römischen Stil auf den ehemaligen russischen Juniorenauswahlringer Said Abakarow traf. Kraska, mit 38 Jahren auch knapp zehn Jahre älter als sein Kontrahent, war von Trainer Dybiona taktisch hervorragend eingestellt worden und konnte Abakarov überraschenderweise mit 6:0 nach Punkten von der Matte schicken. So bauten die MSV-Athleten vor den zwei abschließenden Duellen ihre Führung auf 14:8 aus.

Im Duell der Gewichtsklasse bis 71 kg gegen Dima Blayvas gelang Olaf Ladewig mit einer Aktion eine Wertung, doch wurde der Magdeburger mehrmals vom Mattenrichter mit einer Passivitätsverwarnung belegt, was schließlich sogar zur Disqualifikation des Magdeburgers führte. Die KAV-Zweite verkürzte auf 10:14.

Für die Mansfelder war damit ein nicht mehr wahrscheinlich gehaltenes Unentschieden wieder möglich und entsprechend enthusiastisch war das Eisleber Publikum wieder zur Stelle. Im letzten und entscheidenden Kampf des Abends trafen Thomas Ferchland vom MSV und Machatch Machatchew in der Gewichtsklasse bis 76 kg im freien Stil aufeinander. Machatschew begann druckvoll, doch Ferchland rang gegen seinen Dauerrivalen taktisch auf höchstem Niveau und verstand es, den Eisleber trotz dessen Punkteführung zu kontrollieren. Nach sechs Minuten Kampfzeit konnte Machatschew zwar einen 8:4-Punktsieg verbuchen, aber die Freude war auf Seite der Magdeburger, da damit der Mannschaftssieg sicher war.