Die SCM-Youngsters gehen nach dem eigenen 34:24 (19:13) gegen den TV Kirchzell und der 19:31-Pleite des HC Elbflorenz in Dessau als Tabellenführer in die vierwöchige Weihnachtspause.

Stadtfeld l Das vor allem im ersten Abschnitt nicht fehlerfreie Wiegert-Team katapultierte sich mit einem klaren Sieg gegen enttäuschende Gäste an die Tabellenspitze der 3. Liga, profitierte dabei auch von der Schützenhilfe des Dessau-Roßlauer HV um Neutrainer Uwe Jung-andreas gegen den bisherigen Spitzenreiter Dresden.

Auch ohne die Gebala-Brüder brannten die SCM-Youngsters wieder ein Offensivfeuerwerk ab, wobei Coach Bennet Wiegert mit Chris Heyer und Marius Herda zwei weitere A-Jugendliche aus dem Hut zauberte.

Wenngleich längst nicht alles klappte, zahlreiche technische Fehler und Konzen-trationsschwächen zu Ballverlusten führten, hatten die als Tabellenvierte angereisten Unterfranken nicht die Spur einer Siegchance.

Entsprechend sauer war denn auch Kirchzells Trainer-Urgestein Gottfried Kunz nach der Partie: "Ich bin maßlos enttäuscht, weil wir uns eine kleine Chance ausgerechnet haben. Ich bin bedient, weil sich meine Mannschaft nicht gewehrt hat."

Ganz schön frustriert traten die Gäste in drei Kleinbussen die 480 Kilometer weite Heimreise an, machten dabei auch noch im Uniklinikum Station, wo André Göpfert nach seinem Sturz auf das Hallenparkett vorsorglich geröntgt wurde.

Schnell bogen die Gastgeber auf die Siegerstraße ein. Keeper Philip Ambrosius traf von seinem Tor aus zum 7:3 (9. Minute). André Czech verwandelte einen weiten Sohmann-Pass zum 8:3, nachdem der mehrfach seinen Kasten verlassende Gästetorwart Johannes Klimmer seinen Mitspieler André Göpfert schmerzhaft über den Haufen rannte.

Über die Stationen 13:8 und 16:11 kam die SCM-Zweite zur 19:13-Pausenführung, wobei manch fahrige Aktion einen noch höheren Vorsprung vereitelte, Coach Wiegert von draußen zurecht forderte: "Spannung".

Beim 24:14 durch Vincent Sohmann führten die Elbestädter erstmals mit zehn Toren (40.), bauten den Vorsprung kontinuierlich aus, auch wenn sich weiterhin Licht und Schatten abwechselten.

Youngsters-Coach Bennet Wiegert zog nach dem Spiel eine insgesamt positive Bilanz seiner nunmehr fast einjährigen Trainertätigkeit: "Man hat auch heute gesehen, egal wer fehlt, dafür springen andere in die Bresche, können wir immer wieder neue Jungs rein schmeißen. Unser Ziel ist es jedoch nicht, die Liga zu dominieren, sondern es geht immer nur um die individuelle Ausbildung."

Zwei, bei denen das in den letzten Monaten besonders gut funktionierte, waren am Sonnabend auch die besten Werfer. Vincent Sohmann, obwohl er einen Siebenmeter leichtfertig verwarf, und Alexander Saul, seit letztem Montag mit einem auffälligen Tattoo, das er unter anderem seiner Schwester Leonie widmete, versehen, trafen je siebenmal, kamen zuletzt auch in der Bundesliga zum Einsatz. Am 16. Januar starten die SCM-Youngsters mit dem Landesderby bei der HG Köthen in die Rückrunde.

SCM II: Ambrosius 1, Link - Czech 3, Saul 7, Janke 1, Uscins 3, Zimmermann 5, Sohmann 7/2, Wasielewski, Heyer 1, Wiebe 1, Kleinert 2, Herda 2/1, Richter 1