Magdeburg l Bei den Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen in Montpellier im Sommer in Frankreich zählte Anke Palm aus Magdeburg wieder zu den fleißigsten deutschen Medaillensammlerinnen. Über sechsmal Edelmetall durfte sich die 26-Jährige freuen. Gold mit der Mannschaft in der Disziplin "Rescue Tube Rescue Race" war für Palm zugleich die wertvollste Medaille. "Endlich ist es uns im Freiwasser gelungen, Neuseeland und Australien zu schlagen", freut sich die stets gut gelaunte Blondine noch heute.

Hinter dem etwas sperrigen Namen verbirgt sich ein Mannschaftswettbewerb mit vier Teilnehmern (ein Flossenschwimmer, ein Opfer und zwei Helfer). "Ich habe das Opfer gespielt", erklärt Anke Palm lachend. Nach einem 200-Meter-Sprint zu einer Boje alarmierte sie per Handzeichen ihren Retter, der die Magdeburgerin aus dem Wasser zog und am Strand von der zwei Helfern "durchs Ziel" gebracht wurde. "Das war eine richtig schöne Leistung", erinnert sie sich.

Bis 2004 trainierte Palm beim SC Magdeburg die klassischen Beckendisziplinen, ehe sie den Weg zum Rettungsschwimmen fand. Mehr als zehn Stunden verbringt sie in der Woche im Becken, dazu kommt Krafttraining. Den nötigen Freiraum verschafft ihr die Sportfördergruppe der Polizei. "Wir machen schon genauso Leistungssport, nur halt mit Materialien", erklärt Palm, die ihre duale Ausbildung im Frühjahr mit dem Bachelor abschließen will.

Neben dem beruflichen Fortkommen hat sich Palm auch für 2015 sportlich wieder einiges vorgenommen. Bei den Europameisterschaften in Wales soll zum einen die Medaillensammlung weiter wachsen. Zum anderen möchte sich die Magdeburgerin in ihrer Spezialdisziplin "Manikin Carry" (50 m Retten einer Puppe) den Europarekord sichern. Bei der WM-Qualifikation 2014 stellte sie in 35,20 Sekunden die Bestmarke ein. "2015 möchte ich schneller sein", lautet die Kampfansage von Anke Palm.

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