Mit einem erst in der Schlussphase erkämpften 33:29 (16:17)-Heimsieg über den HSV Bad Blankenburg bleiben die SCM-Youngsters in der Tabelle vorn. Coach Wiegert war aber alles andere als zufrieden.

Stadtfeld l "Unser Matchplan ist überhaupt nicht aufgegangen. Alles, was wir uns vorgenommen hatten, funktionierte nicht. Da war kein Tempo, arbeitete die Abwehr schlecht", so Bennet Wiegert, dem die frühe Verletzung von Alexander Saul (Steißbein) vor seinem gestrigen 33. Geburtstag zusätzlich schwer in den Schlaf kommen ließ.

Die ersten drei Würfe der wurden von der Gästeabwehr geblockt, dann erzielte HSV-Linksaußen Marcel Werner das erste Tor der Partie - 0:1 (5. Minute). Die Elbestädter taten sich schwer, auch Janke-Nachfolger Bruno Zimmermann fand nicht ins Spiel, wurde schon nach zehn Minuten runter genommen, während Sohmann nun Regie führte.

Als dann auch noch Alexander Saul nach etwas mehr als einer Viertelstunde unsanft auf dem Hallenparkett landete und nicht weiterspielen konnte, schien sich alles gegen die SCM-Zweite zu wenden, zumal nur elf Spielernamen auf dem Protokoll standen. So liefen die Gastgeber lange Zeit einem Rückstand hinterher, lagen zwischenzeitlich mit drei Treffern hinten (18:21/36.). Fehlende Ideen, technische Fehler, falsche Entscheidungen prägten über weite Strecken das Spiel der Youngsters, die auch nicht gerade von den Schiris begünstigt wurden. Das wiederum sorgte auch auf der Bank für Hektik. Eine Zeitstrafe gegen Wiegert und eine Verwarnung an Co-Trainer Frank Munter waren die Folge.

Zum Glück konnten sich die Magdeburger auf die Anspiele von Sohmann und Treffer des jungen Rechtsaußen Nico Richter verlassen, hatten mit Chris Heyer einen Joker im Ärmel. Der 18-jährige A-Jugendliche kam als Saul-Ersatz und warf sechs ganz wichtige Tore. Zudem steigerte sich nun auch Philip Ambrosius im Tor. So wendete sich in der Schlussphase das Blatt, übernahm die Club-Zweite nach einem Vier-Tore-Lauf erstmals nach 29 Minuten wieder die Führung - 23:22 (42.).

Am Ende war es auch eine Kraft- und Nervenfrage. Versemmelte Sohmann erst einen Konter, traf er später unter Bedrängnis. Wurde Zimmermann nach erneutem Fehler sofort von Wiegert zusammen gestaucht, markierte er Sekunden später das 26:25. Als dann der Tscheche Miler einen Strafwurf neben das Tor setzte, nachdem er zuvor sechsmal vom Siebenmeter-Strich aus traf, war der Gastgeber endgültig auf der Siegerstraße, kam noch zum Sieg mit vier Toren Differenz.

"Wir konnten das Spiel lange offen halten, scheiterten letztlich an der individuellen Klasse der Sohmann und Ambrosius", urteilte Gästecoach Rüdiger Bones, was Wiegert zur Aussage: "Wir waren weit weg von unserer Philosophie des Teamspiels" veranlasste.

SCM II: Ambrosius - Richter 5, Saul 3, M. Gebala 2, Zimmermann 3, T. Gebala 5, Sohmann 8/3, Uscins, M. Wasielewski 1, Heyer 6

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