Stadtfeld (su) l Vom 18. Febrauar an bis zum 1. April des Jahres präsentiert das Fanprojekt Magdeburg in seinen Räumlichkeiten hinter der Hermann-Gieseler-Halle (Klaus-Miesner-Platz 4) die Ausstellung "TOR FÜR EUROPA: Fußball-Fans in der DDR und internationale Begegnungen."

Die Wanderausstellung thematisiert die Fanszene des DDR-Fußballs, die Reisen von DDR-Fans zu internationalen Begegnungen in das osteuropäische Ausland sowie den Zusammenbruch der SED-Diktatur und der damit einhergehenden Umstrukturierung des DDR-Fußballsports. Sie richtet sich nicht nur an Fußballfans und die Fanszene des 1. FC Magdeburg, sondern möchte sich einer breiten Öffentlichkeit stellen.

Die Ausstellung thematisiert einen wichtigen Teil der Gesellschaftsgeschichte der DDR. Sie erzählt auf über 20 Tafeln nicht nur die Geschichten der DDR-"Fußballreisenden" und den Erlebnissen auf ihren Fahrten durch die DDR, Polen oder die Tschechoslowakei, sondern erklärt das System des Sports in der von der SED geführten DDR von ihren Anfängen an.

Es werden die Höhepunkte aus der ereignisreichen Geschichte des Fußballsports in der DDR vorgestellt sowie die Überwachung der Sportler und ihrer Anhänger durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR beleuchtet.

Neben den größten Erfolgen der DDR-Nationalmannschaft und den Europapokal-Teilnahmen der ostdeutschen Fußballvereine - gipfelnd im Sieg des 1. FC Magdeburg im Europapokal 1974 gegen den AC Mailand (2:0) - verdeutlicht die Ausstellung, die bereits im EM-Jahr 2012 im polnischen Gdansk der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, zudem die transnationalen Beziehungen ostdeutscher Fußballfans.

Deutsch-deutsche Geschichte bildet die Ausstellung an Hand einschneidender Ereignisse während der Zeit des sogenannten "Kalten Krieges", beispielsweise mit der Begleitung von etwa 6 000 DDR-Bürgern zum Spiel der bundesdeutschen Nationalmannschaft am 10. Oktober 1971 in Warschau gegen die polnische National-Elf, ab.

Der im Jahr 1990 erlangte Weltmeisterschaftstitel der da noch bundesdeutschen Fußballer in Italien wird zu einem ganz wichtigen gesamtdeutschen Erlebnis der Einheit Deutschlands - und bleibt zugleich nicht ohne kritische Momente der wirren 1990er Jahre.