In einem emotional hochgeladenen Derby der Sachsen-Anhalt-Liga der Handball-Damen setzte sich der HSV Magdeburg beim Fermersleber SV mit 28:26 (14:11) durch.

Fermersleben (mmu) l Nach diesem kampfbetonten und von vielen Fehlern geprägten Spiel konnte sich die junge Gastmannschaft über die alleinige Tabellenführung freuen. Der Fermersleber SV fiel dagegen nach Minuspunkten hinter den SV Oebisfelde auf Platz drei der Tabelle zurück.

Den besseren Start in die Partie erwischte der Gast, der bis zum 2:3 jeweils mit einem Tor vorlegte. Danach konnte der FSV mit 4:3 bzw. 5:4 die Führung übernehmen. Es sollten jedoch die einzigen Führungen des gesamten Spieles für den FSV bleiben. Nach dem 6:6 zog der Gast bis auf 14:10 davon. Immer wieder konnte der HSV Fehler im Fermersleber Angriffsspiel zu einfachen Toren in erster und zweiter Welle ummünzen. Kurz vor dem Pfiff zur Halbzeitpause konnte der Gastgeber auf 11:14 verkürzen.

Der Beginn der zweiten Hälfte war für den Gastgeber vielversprechend. Aus einer sicheren Abwehr heraus wurde Tempo aufgenommen und schnell der Anschluss hergestellt (15:16 und 16:17). Dann kam jedoch die 37. Spielminute, nach der dem FSV allein 20 (!) Strafminuten durch die Referees zugesprochen wurden.

Umso höher ist daher die Leistung des FSV in den zweiten 30 Minuten zu bewerten. Trotz der offensichtlichen Benachteiligung hielt man das Spiel bis kurz vor Schluss offen. Beim zwischenzeitlichen 21:21 war es sogar kurz denkbar, das Spiel zu drehen.

Jedoch geriet der FSV durch die unzähligen Zeitstrafen immer wieder ins Hintertreffen. Merkwürdig dabei, dass Angriffsaktionen des Gastes auch als Stürmerfouls hätten ausgelegt werden können, stattdessen aber zu Zeitstrafen führten.

Eine dieser fragwürdigen Entscheidungen führte dann auch zur ersten von drei Roten Karten für den FSV. Nach dem Anne Pätzold die zweite Rote Karte für den FSV erhielt, war der Gastgeber fast seines gesamten Innenblocks beraubt.

Obwohl nicht überzeugend, konnte der junge Gast diese Überzahlsituationen immer wieder nutzen. Diesen Vorsprung hielt der HSV bis zum Schluss, konnte sich so über einen 28:26-Auswärtserfolg freuen.

Fermerleber SV: Slotta, Döbbelin - Sauer 3, Pätzold 6, Wilke 2, Musche 3, Rokowski 2, Engelmann, Schröder 8, Heller, Els 2 HSV Magdeburg: Schick, Drews - Dreier 2, Van. Goldgraebe 4, Viv. Goldgraebe 1, Winkler 11, Meinecke 5, Lorenz 1, Corfei 4, Held; Siebenmeter: FSV 3/2, HSV 7/7; Zeitstrafen: FSV 12 (3 x Rot), HSV 2