Magdeburg l Am Vorabend des Internationalen Frauentages empfingen die Magdeburger den Vorjahresmeister Stepp Prag. Vom Papier her eine klare Angelegenheit. Auch, weil die Grippewelle an den Magdeburgern nicht vorbeiging und so viele Ausfälle verkraftet werden mussten. Dies führte dazu, dass selbst Trainer Holger Dammbrück mit ins Becken steigen musste.

Wer nun aber gedacht hat, dass wird ein Selbstläufer für die Tschechen, sah sich getäuscht. Bereits zu Beginn des Spiels ging es hin und her, wurde das Wasser in der Dynamo-Schwimmhalle von beiden Mannschaften arg durchwühlt. Folgerichtig endete das erste Viertel ausgeglichen mit 3:3, wobei Max Lehnert mit zwei Treffern und Tim Richter bei seinem Comeback nach langer Verletzung die WUM-Tore erzielten. Zudem glänzte Torwart Marco Schoder mit einem gehaltenen Strafwurf.

Das zweite Viertel konnten die Gastgeber offen gestalten, auch wenn es mit 1:3 an die Prager ging (Tor: Wilhelm Block). Auffällig bereits hier die vielen Herausstellungen gegen die Elbestädter. Diese ermöglichten den Pragern immer wieder einfache Tore in Überzahl. Doch die WUM ließen sich davon nicht abschrecken. Alle Spieler hingen sich rein und kämpften sprichwörtlich bis zum Umfallen. Diese Einstellung fand auch Anerkennung bei den Zuschauern, die die Leistung mit viel Applaus honorierten.

Im dritten Viertel belohnten sich die Magdeburger durch Tore von Tim Richter und Tom Hagendorf, bei einem Prager Gegentreffer, selbst. Und dann tobte die Halle, als Thomas Postera mit Beginn der letzten acht Minuten mit einem tollen Wurf ins Eck den 7:7-Ausgleich markierte. Beim Stand von 7:8 hätte die WUM ausgleichen können, doch Max Lehnert scheiterte mit einem Strafwurf am rechten Pfosten.

Da waren noch drei Minuten zu spielen. Wilhelm Block machte es da zwei Minuten vor Schluss besser und traf zum 8:8-Ausgleich. Die Prager nutzten zum Ende des Spiels erneut zwei Überzahlspiele zum 8:10- Endstand. Nach dem Spiel wurden die Magdeburger von ihren Fans ob der tollen Einstellung und dem Paroli, das sie dem Favoriten boten, gefeiert. Auch den Pragern war die Erleichterung nach dem Sieg deutlich anzusehen. Das hatten sie sich sicher leichter vorgestellt.

"Wenn wir die Gesamtumstände einrechnen, fühlt sich diese knappe Niederlage für uns wie ein Sieg an. Ich kann den Jungs nur ein dickes Kompliment machen. Das war eine geschlossene tolle Mannschaftsleistung. Wir hatten die Tschechen erneut am Rande einer Niederlage. Dass es für uns nicht gereicht hat, können wir verkraften. Wichtig ist, dass wir uns spielerisch verbessert haben. Und davon konnte sich heute jeder überzeugen," so das Fazit von WUM-Trainer Holger Dammbrück. Erfreulich, dass bei freiem Eintritt auch viele Damen den Weg in die Halle gefunden hatten.

WUM: Schoder, Klotzsch - Hagendorf 1, Mo. Lehnert, Ma. Lehnert 2, Postera 1, Gründemann, Schulle, Block 2, Richter 2, Gruhlke, Dammbrück