Der HSV Medizin hat ein hitziges Derby mit vielen gelben Karten für sich entschieden. Der Aufsteiger gewann nicht unverdient am 20. Spieltag der Fußball-Landesklasse, Staffel 2, mit 2:1 (0:1) beim FC Zukunft. Die Mediziner hatten zwar mehr vom Spiel, für die Lemsdorfer wäre zumindest ein Punkt drin gewesen.

Lemsdorf l Von der ersten Minute an entwickelte sich ein Derby mit richtig viel Feuer. Die Anfangsphase gehörte dem HSV Medizin, das erste Tor erzielte der Gastgeber. Ein langer Freistoß von Dominik Hausmann landete bei Christian Herz, der den Ball aus spitzem Winkel von rechtsaußen einfach mal direkt aufs Tor schoss. Das Leder schlug in der langen Ecke hinter dem verdutzen Medizin-Schlussmann Brachwitz ein (7.).

Der HSV brauchte ein paar Minuten, um den frühen Rückstand zu verdauen und agierte danach zielstrebiger. Elron Werner per Kopf nach einem Freistoß (20.) sowie Sprenger aus der Distanz vergaben gute Gelegenheiten (26.). Auf der Gegenseite hatte Patrick Kemter gleich mehrfach das 2:0 auf dem Fuß. Zunächst scheiterte der Zukunft-Stürmer mit einem Kopfball völlig freistehend aus fünf Metern an Brachwitz (30.).

Wenig später war Kemter auf der rechten Außenbahn frei durch, umspielte den herauseilenden HSV-Torwart, schob das Leder dann aber aus ganz spitzem Winkel am leeren Kasten vorbei (37.) ins Toraus.

"Ich musste in der Kabine etwas lauter werden. Wir waren in der ersten Halbzeit einen Hauch besser, aber insgesamt nicht zwingend genug. Dann haben wir es besser gemacht. Wir haben den Kampf angenommen und Leidenschaft auf den Platz gebracht. Aufgrund der zweiten Hälfte waren die drei Punkte verdient", erläutert HSV Medizin-Trainer René Angerer die Wende nach der Pause.

Beide Mannschaften hatten im zweiten Spielabschnitt nicht mehr ganz so viele Chancen. Der Geschehen spielte sich weitestgehend zwischen den Strafräumen ab. So mussten Standartsituation herhalten. Zunächst traf Dominik-Pascal Sprenger nach einer Ecke am kurzen Pfosten lauernd per Kopf zum Ausgleich (70.). Johannes Heise nickte sieben Spielminuten vor dem Ende ebenfalls nach einer Ecke zum Siegtreffer ein. Kurz zuvor vergab Kemter für Zukunft eine große Chance zur erneuten Führung. Im Eins-zu-Eins gegen Tomotto Brachwitz behielt der HSV-Schlussmann die Oberhand.

"Wir haben zu viele klare Chancen liegen gelassen. Es war mehr drin. In der zweiten Spielhälfte waren wir leider nicht mehr so konsequent und konzentriert, wie in der ersten Halbzeit. Insgesamt haben wir unseren Plan gut umgesetzt, stehen aber mit leeren Händen da", ist Zukunft-Coach Stefan Lutter enttäuscht.

FC Zukunft: Gotthardt - Dänecke, Sass (74. Kohlepp), Nagel, Hausmann, Herz, Herbst, Karg (81. Klärner), Papazissis, Glockmann (88. Hoffmann), Kemter

HSV Medizin: Brachwitz - Mußel (70. Franke), Schiel, Klauer, Fehse (81. Mai), Heise, Petzoldt, Werner, Wiebe, Wawilow, Sprenger

Torfolge: 1:0 Herz (7.), 1:1 Sprenger (70.), 1:2 Heise (83.)