Magdeburg l Oberligist Aufbau Elbe konnte bei der Zwischenrunde im Schach-Mannschaftspokal in Nordhorn überraschend die beiden Zweitligisten SK Norderstedt und SG Porz ausschalten. Damit stehen die Magdeburger wie schon in der letzten Saison im Pokalhalbfinale.

Am Sonnabend trat Aufbau Elbe im Achtelfinale gegen den SK Norderstedt, Spitzenreiter der 2. Bundesliga, Staffel Nord, an. Die beiden Damen der Magdeburger, Tatjana Melamed und Maria Schöne, sorgten für die 1,5:0,5-Führung. Während Schöne ein Angriffssieg gelang, hielt Nationalspielerin Melamed mit den schwarzen Steinen ihre Stellung zusammen und holte den sicheren halben Punkt.

Aufbau Elbes Kapitän Johannes Paul konnte im Mittelspiel materiellen Vorteil erringen und schließlich in ein aussichtsreiches Damenendspiel abwickeln. Nachdem Pauls Kontrahent unter Druck einige Fehler gemacht hatte, stand der Sieg des Magdeburgers fest. Am Spitzenbrett einigte sich Gordon Andre mit seinem Gegenüber nach wechselhaftem Partieverlauf auf das Remis, so dass unter dem Strich ein ungefährdeter 3:1-Erfolg für Aufbau Elbe stand.

Damit waren die Magdeburger ins Viertelfinale eingezogen und mussten nun gegen den großen Favoriten SG Porz antreten, der die Elbestädter im Halbfinale der letzten Saison noch mit 4:0 geschlagen hatte.

Einmal mehr zeigte sich, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Am Spitzenbrett saß der Magdeburger Johannes Paul dem etwa 300 Wertzahlpunkte besser eingestuften Großmeister Christopher Lutz gegenüber. Der mehrfache Deutsche Meister aus Porz versuchte dynamisch zu spielen, verlor in den entstehenden Komplikationen aber einen Bauern. Da Pauls Figuren zudem besser koordiniert waren, konnte er sogar noch einen zweiten Bauern gewinnen. Zwar wurde die Verwertung des Vorteils durch ungleichfarbige Läufer erschwert, aber durch die Bildung eines Freibauern und die Absperrung des gegnerischen Königs gelang dem Elbestädter schließlich der Sieg.

Tatjana Melamed, die einen Bauern für ausreichend Kompensation opferte, und Maria Schöne, die zwar etwas schlechter stand, letztendlich aber ein Endspiel mit Minusbauern erreichte, welches zu halten war, steuerten jeweils eine Punkteteilung zum Mannschaftsergebnis bei. Somit fiel es nicht mehr ins Gewicht, dass Gordon Andre seine Partie nach einem ungenauen Zug in der Eröffnung verlor. Durch das 2:2 bei besserer Berliner Wertung konnte Aufbau Elbe Magdeburg den mehrfachen Deutschen Meister und Pokalsieger SG Porz sensationell aus dem laufenden Wettbewerb werfen.

Die Endrunde komplettieren der amtierende Meister und Pokalsieger OSG Baden-Baden sowie die beiden Berliner Teams SG Kreuzberg und Rotation Pankow.

Aufbau Elbe: Gordon Andre 0,5; Tatjana Melamed 1; Maria Schöne 1,5; Johannes Paul 2