Mit zwei silbernen und einer bronzenen Medaille im Gepäck kehrten die Magdeburger JKA-Karateka von den Europameisterschaften aus Prag an die Elbe zurück.

Magdeburg (vs/su) l Unter den 250 Teilnehmern aus 21 Nationen waren auch Leonie Diffené vom HKC sowie Bianca und Stephan Walsleben vom BKC Magdeburg Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft. Diffené startete im Kata-Einzel und Kata-Team der Frauen, die Walsleben-Geschwister jeweils im Kumite-Einzel bzw. Kumite-Team der Frauen und Männer.

Zunächst musste von den Magdeburger Startern die noch 17-jährige Leonie Diffené im Kata-Einzel auf die Kampffläche. Trotz Abistress stellte sie sich der EM mit ihren harten Wettkampfregeln im K.o.-System. Gegen die spätere Europameisterin Diana Horvath aus Ungarn zog sie bereits im ersten Kampf den Kürzeren und schied aus.

Dafür war ihr mit dem Kata-Team der Erfolg gegönnt. Mit der besten Punktwertung zog das deutsche Team nach drei Siegen in das Finale ein. Zwar legten sie in diesem eine ebenfalls beachtenswerte Kür auf die Kampffläche. Doch das ungarische Nationalteam war auch in dieser Wertung etwas besser und sicherte sich die Goldmedaille vor Deutschland. Dritter wurde Belgien.

Auch für Bianca Walsleben war im Kumite-Einzel bereits nach der ersten Runde Schluss. Auch sie unterlag in ihrem ersten Kampf mit Alla Sergeeva aus Russland der späteren Europameisterin.

Stephan Walsleben machte im Kumite-Einzel der Männer die gleiche Erfahrung wie die beiden weiblichen Starterinnen aus der Elbestadt. Gegen den Belgier Jonathan Mulolo unterlag auch er, trotz guter Taktik. Mulolo sicherte sich später im kleinen Finale die Bronzemedaille.

Durch diese Niederlage angespornt, ging St. Walsleben als Startkämpfer des Herren-Teams auf die Matte. Gleich im ersten Kampf gegen Schottland zeigte er seine Qualität und landete sauber und zügig die notwendigen zwei Punkte für den Sieg. Da seine Teamkollegen Florian Bindbeutel (Marburg) und Manuel Rues (Konstanz) ihre Begegnungen ebenfalls für sich entschieden, war die erste Runde gewonnen.

Im Anschluss ging es gegen England. Im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften noch unterlegen, sicherte sich das deutsche Team diesmal den Sieg und stand damit im Poolfinale.

In diesem mussten die drei Karateka gegen das starke ungarische Team antreten. Wals-leben gewann seinen Kampf, die zweite Runde ging an die Ungarn, doch Rues konnte den letzten Kampf für sich entscheiden, so dass der Einzug in das Finale gelang.

In diesem hieß der Kontrahent Belgien. Das Team zeichnete sich durch drei sehr große und bewegliche Athleten aus, die sehr flexibel und flink ihre Punkte machten. Walsleben schlug sich zwar sehr gut, am Ende ging der Sieg aber an den Kontrahenten. Da Bindbeutel ein Unentschieden gelang, hing alles an Rues. Dieser konnte seinen Kampf zwar gewinnen, doch nur nach Ende der Zeit mit einem halben Punkt. Zum Sieg hätten es aber eineinhalb Punkte sein müssen. Somit wurde das Team ein würdiger Vize-Europameister.

Im Kumite-Team-Wettbewerb der Damen wurde Bianca Walsleben in diesem Jahr als Ersatzfrau eingesetzt. Das Team setzte sich gegen die Konkurrenz aus Tschechien durch, scheiterte danach aber knapp am englischen Team. Damit blieb es bei einem verdienten dritten Platz für die deutschen Damen.

Letztlich gewann die deutsche Mannschaft in der tschechischen Hauptstadt einmal Gold, holte zudem fünf silberne Plaketten und vier Bronzemedaillen.