Wenn es nach dem Willen der DHB-Spielkommission geht, ist das morgige Drittliga-Spiel der SCM-Youngsters gegen Groß Bieberau das vorletzte in der Gieselerhalle.

Magdeburg l Der Brief der DHB-Spielkommission zum Thema "Standards in den Spielstätten der 3. Liga" schlug in Magdeburg und anderorts ein wie eine Bombe. Auch die Ostliga-Vereine in Köthen, Bernburg und Burgdorf erhielten im März entsprechende Schreiben, in denen die bauliche Situation in den genutzten Hallen beanstandet wurde.

In der über 90 Jahre alten Gieselerhalle, die Mitte der 1950er Jahre für den Handballsport umgebaut wurde (siehe Infokasten), wurde vor allem der zu geringe Abstand neben den Seitenlinien und hinter dem Tor zur Nordtribüne hin bemängelt. Auslöser für den Ärger soll ein nicht anerkanntes Tor in der Köthener Heinz-Fricke-Sporthalle gewesen sein. Die Halle ist zwar nicht alt, aber die Handballtore stehen in Köthen unmittelbar an den Stirnseiten.

Was die Kritik an der Gieselerhalle betrifft, erklärte André Willms, Teamleiter Sportförderung im Fachbereich Schule und Sport, gestern auf Volksstimme-Nachfrage: "Wir waren natürlich von dem Schreiben überrascht. Unserer Auffassung nach ist die Sicherheit grundsätzlich gewährleistet, zumal ja unter diesen Bedingen hunderte Bundesligaspiele und auch internationale Partien, zuletzt das EHF-Spiel des SCM gegen Vadar Skopje im November 2012, in der Gieselerhalle stattfanden."

Willms vereinbarte inzwischen mit Staffelleiter Michael Kulus (Hohen Neuendorf) für Mai einen Vororttermin, SCM-Manager Schmedt nahm diesbezüglich auch ersten Kontakt zum DHB auf. Für Willms ist außerdem klar: "Die Halle ist denkmalgeschützt, steht unter Bestandsschutz, das macht die Sache nicht einfacher."

Im Oktober 2013 fasste der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung der Gieselerhalle. Bis auf Malerarbeiten und eine neue Anzeigetafel ist allerdings noch nichts passiert.

Sollte die Halle wie angedroht wirklich zum 1. Juli für die 3. Liga gesperrt werden, müssten die Youngsters in andere städtische Objekte, wie die BbS Eike von Repgow, die Halle der Freundschaft oder nach Westerhüsen ausweichen, doch laut Willms wäre damit 3. Liga nicht finanzierbar.

Nach zwei Niederlagen in Folge wollen die Youngsters morgen (19 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellenachten zurück in die Erfolgsspur. "Wir müssen den Schalter umlegen", fordert Coach Bennet Wiegert, der um Alex Saul bangt.