Mit viel Glück und Geschick haben sich die Handballfrauen des Oberligisten TuS 1860 Neustadt am vergangenen Wochenende gegen das Schlusslicht SV Union Halle-Neustadt III ihren ersten Sieg im Jahr 2010 erkämpft. Trotz einer 12 : 5-Führung nach 20 Minuten musste das Pußel-Team in den Schlussminuten um den Erfolg zittern. Am Ende stand ein glücklicher 21 : 20 ( 12 : 9 ) -Erfolg.

Neue Neustadt. Aufgrund der Tabellensituation durften die Zuschauer kein Spiel für Handballfeinschmecker erwarten. Vor allem der Gastgeber stand in eigener Halle gehörig unter Druck, betrug doch der Rückstand zum Tabellenletzten nur drei Punkte.

Die Neustädterinnen übernahmen von Beginn an das Kommando im Spiel, führten schnell mit 5 : 0 ( 7. ). Vor allem Sandy Kietz hatte mit drei Treffern maßgeblichen Anteil an dieser Führung. Union spielte im Angriff sehr harmlos und stellte die TuS-Defensive vor keine großen Probleme. So war es dem Gastgeber ohne große Mühe möglich, den Vorsprung auf 12 : 5 ( 20. ) auszubauen.

Wer aber dachte, die Anfangsphase gibt der Mannschaft Selbstvertrauen und Sicherheit, sah sich getäuscht. Unerklärlich, welchen Leistungseinbruch die gleichen Spielerinnen innerhalb von Sekunden zu verzeichnen hatten. Die Bälle wurden im Spielaufbau reihenweise weggeworfen. Halle nutzte dies konsequent und kam bis zur Pause auf drei Tore ( 12 : 9 ) heran.

Das spielerische Niveau sank in der zweiten Hälfte weiter. TuS erzielte zwar durch Viehweg den ersten Treffer nach der Pause, doch Halle ließ sich nicht mehr abschütteln. Ab der 37. Minute deutete sich für den TuS Ungemach an. Im Angriff des Gastgebers bewegte sich nur der ballführende Spieler und die wenigen klaren Torgelegenheiten wurden kläglich vergeben. So war es keine Überraschung, dass der Tabellenletzte zum 16 : 16 ( 45. ) ausglich.

Die TuS-Trainer probierten alles aus, wechselten durch. Doch keine Spielerin war in der Lage, die richtige Entscheidung im Angriff zu treffen. Zum Glück funktionierte die Abwehr. Diese arbeitete aggressiv und ließ keine einfachen Tore des Gastes zu. Beim Stand von 20 : 20, drei Minuten vor Schluss, vereitelte dann die eingewechselte Torfrau Melanie Pußel die Chance der Hallenser, in Führung zu gehen.

In den Schlussminuten hieß es nur noch zittern. Nervenstärke bewies dann Franziska Helbig, die 30 Sekunden vor Schluss einen Strafwurf sicher verwandelte. Dies sollte zum Glück auch den Sieg bedeuten, da die Union-Dritte im letzten Angriff nicht mehr zum Erfolg kam.

TuS 1860 Neustadt : Ebeling, Pußel – Thürmann 2, Haegebarth 1, Viehweg 1, Haberland 4, Kirsten 2, Jahns, S. Kietz 5 / 3, Jura, Ch. Kietz 2 / 1, Schulz, Helbig 4 / 1, Kersten.