Sehr hoch hängen die Trauben, wenn man sich als Kegler auf die Reise zum SV Geiseltal Mücheln begibt. Sowohl die erste Vertretung in der höchsten deutschen Spielklasse als auch die zweite Mannschaft in der 3. Bundesliga Ost sind aufgrund ihrer Heimstärke kaum zu bezwingen.

Magdeburg. Dabei blieb es auch beim Gastspiel des Magdeburger SV 90 am Wochenende. Mit 5353:4906 Punkten triumphierte die Erstligareserve der Müchelner über vom Pech verfolgte Kegler aus der Landeshauptstadt.

Der erste Durchgang verlief allerdings noch äußerst spannend, denn der MSV verstand es, seinen Gegner zu beschäftigen und das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Sogar mit einem geringen Vorsprung von sieben Holz gingen die Magdeburger in die zweite Runde. Ulf Wunderlich überzeugte nach überstandenen Verletzungsproblemen mit sehr starken 944 Punkten und verwies einen überraschend schwachen Andreas Pressler (899) in die Schranken. "Die Müchelner Bahnen kommen meinem Wurf entgegen, ein gutes Ergebnis ist hier Pflicht für mich", so Wunderlichs Fazit nach seiner guten Leistung.

Bedeutend schwieriger gestaltete sich Steffen Blumtritts Duell mit dem Müchelner Kapitän Reinhard Hey. Hier setzte Hey die Akzente und holte beim 907:945 einige Punkte für die Geiseltaler zurück.

Der Mittelblock brachte dann die Spielentscheidung zugunsten der Gastgeber. Doch die Art und Weise war für den Kegelsport eher untypisch. Geiseltal blies zum Angriff mit seinen Routiniers Frenzl (957) und Jahnke (663). Für die Lemsdorfer tat sich der sonst stabile Maik Siegemund sehr schwer mit der ergiebigen Müchelner Kegelanlage. Der MSV reagierte noch vor Halbzeit des zweiten Durchgangs mit der Einwechslung von Oldie Helmut Schletterer. Seine Erfahrung sollte den Gast wieder zurück in sicheres Fahrwasser bringen.

Doch nur kurze Zeit später verletzte sich Sven Ostermann, der zweite MSV-Spieler in diesem Durchgang so schwer, dass er sein Spiel nicht fortsetzen konnte. Binnen kurzer Zeit erhöhte sich nun der Vorsprung der Gastgeber und die Partie war entschieden.

Kurioserweise zwang eine Verletzung auch noch den Müchelner Hans–Werner Jahnke zur vorzeitigen Aufgabe, doch die Geiseltaler waren bereits uneinholbar in Führung, sodass dies die Gastgeber nicht mehr aus der Bahn werfen konnte.

Der Schlussdurchgang war mit einem plus von 281 Holz für Mücheln nur noch Makulatur. Geiseltal spielte mit Zunkel (907) und Keck (984) locker zu Ende. Dem MSV saß der Schock wohl zu tief in den Beinen, denn die Schlussstarter der Elbestädter konnten keine überzeugenden Leistungen mehr anbieten. Dirk Sommermeyer erzielte 876 Punkte, Kapitän Gerhard Piekacz sogar nur magere 856 Holz.

Eine zwar kalkulierbare, aber in ihrer Entstehung ungewöhnliche Auswärtsniederlage für die Magdeburger Kegler fand so ihren Abschluss. Die Lemsdorfer müssen nun in der kommenden Woche ihre Hausaufgaben gegen Kleeblatt Berlin erledigen, um am SV Senftenberg, dem Mitkonkurrenten um den Aufstieg, dran zu bleiben.