Die SCM-Youngsters kamen am Freitagabend in der 2. Handball-Bundesliga Nord der Männer dank einer Energieleistung in der Schlussphase mit dem 33:29 (16:13) gegen den VfL Edewecht zum siebten Saisonsieg, bleiben weiterhin Tabellenzwölfter.

Stadtfeld. Es wurde das erwartet schwere Kampfspiel, das bis kurz vor Schluss auf der Kippe stand. Zwar gingen die Youngsters in der Anfangsphase nach einem 0:1-Rückstand schnell in Führung, lagen in der 9. Minute durch einen Treffer von Philipp Weber mit drei Toren vorn (5:2), taten sich jedoch in der Folgezeit gegen die körperlich überlegenen Gäste wie prophezeit sehr schwer.

Beim 6:7 durch de Rad lagen die Ammerländer wieder vorn (13.). Zum Glück für die Gastgeber fand der lange verletzte und erst nach dem Seitenwechsel eingesetzte Vorjahrestoptorjäger Jan Wolterink (nur ein Tor) noch nicht zu seiner alten Torgefährlichkeit, und auch Gästekeeper Wendler konnten den verletzten Letten Raimonds Stein im Tor nur schwer ersetzen.

Das Fehlen des in der Winterpause nach Bittenfeld gewechselten Youngsters-Kapitän Thorsten Salzer wurde ein- ums andere Mal schmerzlich sichtbar. Es mangelte an einem Wortführer im Abwehrverbund und Taktgeber im Angriffsspiel. Steffen Coßbau brachte die Hausherren mit 14:10 nach vorn (25.), zur Pause betrug der Vorsprung drei Tore (16:13/30.). Die Gäste, die in Maris Versavkos (8 Tore) ihren erfolgreichsten Werfer hatten, blieben nicht nur dran, sondern führten Mitte der zweiten Halbzeit bis zum 24:26 (48.) mit zwei Toren.

Zu diesem Zeitpunkt kam Magdeburgs Benjamin Meschke nur noch in der Abwehr zum Einsatz, nachdem er bei einem Konter unsanft zu Boden gerissen wurde und schmerzhaft auf das Steißbein stürzte, was zumindest zum Strafwurf führte.

Die Siebenmeterquote der Youngsters war jedoch einmal mehr unterirdisch. Nur Coßbau traf vom Punkt zum zwischenzeitlichen 21:22, scheiterte später ebenso wie zuvor schon Nicolay Hauge und Philipp Weber. Gästecoach Blacha hatte die Lacher auf seiner Seite, als er nach einer Zeitstrafe wegen Meckerns gegen seinen Torjäger, den Letten Versavkos, zum Schiedsrichter meinte: "Der kann doch gar kein deutsch."

Dreißig Sekunden später dann der Knackpunkt in der Partie. Timeout der Gäste in der 57. Minute. Der VfL war beim 28:28 im Angriff, als Trainer Arek Blacha die Grüne Karte zückte. Danach lief bei Edewecht gar nichts mehr. Weber brachte die Club-Zweite mit einem schönen Rückraumtor 29:28 in Führung, Blacha wurde verwarnt und Balogh erhöhte auf 30:28.

Weihrauch markierte für die Gäste zwar den 30:29-Anschlusstreffer, doch dem wie aufgedreht spielenden Norweger Nicolay Hauge gelangen nach tollen Quenstedt-Paraden (siehe Extrastory) in der Schlussminute drei Kontertore zum schließlich beruhigenden 33:29-Endstand.

Der entnervte Blacha sprach nach dem Schlusspfiff von einem verdienten Magdeburger Erfolg. "Die haben nie aufgegeben und eine gute zweite Welle gespielt. Uns fehlte am Ende etwas die Kraft."

Magdeburgs Trainer Christian Prokop froh: "Wichtig war ein Erfolgserlebnis mit der neuen 3:2:1-Deckung. Ich bin zufrieden mit der Endkampfgestaltung. Nach dem 26:26 und mehreren Fehlern dachte ich schon, das Spiel ist weg. Nachdem Meschke für den Angriff ausfiel hat Kübler mit seiner Dynamik gut gegen die Abwehr gespielt."

SCM II: Quenstedt, Schulz - Coßbau 3/1, Meschke 3, Hauge 6, Oswald 4, Balogh 7, Weber 5, Kupfer 1, Thoke, Kübler 4, Janke. Schiedsrichter: Klitzschmüller (Hamburg/Unmack (Kiel). Zuschauer: 400. Siebenmeter: SCM 4/1; VfL 4/3. Zeitstrafen: SCM 5; VfL 6.