Mit Hubert Lindner (58), profunder Kenner des Mädchen- und Frauenhandballs und derzeit Trainer der weiblichen Jugend C des HSC 2000, sprach Hans-Joachim Malli über aktuelle Tendenzen des Nachwuchshandballs.

Volksstimme: Der HSC 2000 ist Leistungszentrum. Wie kann es sein, dass die C-Jugend des HSV Haldensleben die Landesmeisterschaft holt, der HSC 2000 in beiden Meisterschaftsspielen nicht gegen die Ohrestädter gewinnen kann?

Hubert Lindner: Ich bin noch nie Zweiter bei einer Landesmeisterschaft geworden, doch die Haldensleber haben einen guten Jahrgang zusammen, wobei mindestens sechs Spielerinnen unseren Mädchen körperlich überlegen sind. Eine HSV-Spielerin besucht die Sportschule, auch die anderen trainieren mehrmals die Woche. Bei der Vorsichtung durch den DHB waren drei HSV- und fünf HSC-Mädchen dabei.

Volksstimme: Wie ist es generell um den Mädchenhandball in Sachsen-Anhalt bestellt?

Lindner: Natürlich wird angestrebt, die besten Spielerinnen ab der C-Jugend in den Leistungszentren Union Halle- Neustadt und HSC 2000 Magdeburg zu konzentrieren. Aber auch woanders wird gute Arbeit geleistet, die jedoch nicht die Ausbildung an den Sportschulen ersetzen kann. Nach wie vor werden Handballerinnen in die 7. Klassen der Sportschulen in Halle und Magdeburg eingeschult, laufen in der C- und B-Jugend zweigleisig. Neu ist die Empfehlung, dass ab der 10. Klasse die besten Talente nach Halle gehen sollen, weil Union derzeit sportlich einfach weiter ist. Das ist eine neue Qualität im HVSA, die es so bisher nicht gab.

Volksstimme: Welche Auswirkungen hat das Verpassen der neuen 2. Liga beim HSC 2000?

Lindner: Ich glaube keine. Es kommen immer wieder Mädchen, die in die erste Mannschaft reinwachsen. Auch die Regionalliga bietet jungen Spielerinnen eine Perspektive.