Brehna/Magdeburg (dhe). In einem hochdramatischen Saisonfinale verpassten die Kegler des MSV 90 nur denkbar knapp einen Auswärtserfolg beim Liganeuling TSV Blau-Weiß Brehna. Mit 5361:5358 Holz hatten die Lemsdorfer nach einer spannenden Partie mit nur drei Punkten das Nachsehen, halten jedoch trotzdem den guten vierten Tabellenplatz.

Die junge Brehnaer Mannschaft hatte es nach einer guten Vorrunde versäumt, sich in sicheres Fahrwasser der Tabelle der 3. Bundesliga Ost zu begeben und war vor dem letzten Spieltag nun doch noch potenzieller Abstiegskandidat. Magdeburg konnte bei einem Sieg und etwas Schützenhilfe aus Nerchau noch den dritten Platz erreichen, welcher den Aufstieg zur 2. Bundesliga bedeuten würde. So hatten beide Teams trotz voller Konzentration auf das eigene Spiel auch immer ein Auge ins sächsische Nerchau, wo der aussichtsreichste Aufstiegskandidat SV Senftenberg zu Gast war.

Wieder einmal plagten die Elbestädter Personalsorgen und der MSV musste mit lediglich sechs Spielern in Brehna antreten. Der gastgebende TSV hatte nahezu alle Mann an Bord und wollte auch gleich von Beginn an ein Zeichen setzen. Dies gelang nur bedingt, denn Ulf Wunderlich (898) und Maik Siegemund (890) hielten auf den anspruchsvollen Bahnen mit. Bobby Keller (930) und Robert Schmidt (884) erkegelten einen knappen Vorsprung von 26 Holz für die Blau-Weißen.

Der zweite Durchgang schien eine Vorentscheidung zu Gunsten der Gastgeber zu bringen. Dirk Sommermeyer (836) und Steffen Blumtritt (886) mussten die Brehnaer Sasse (931) und Lehmann (882) weit davonziehen lassen. Beim Anhang des TSV stellte sich schon Siegesstimmung ein, denn 117 Punkte Vorsprung sollten doch im Schlussdurchgang locker zu verteidigen sein. Doch die Hausherren hatten wohl nicht mit dem Siegeswillen des MSV-Schlussduos gerechnet. Dirk Hecht (941) und Gerhard Piekacz (907) wussten die TSV-Anlage zu spielen und steigerten sich von Bahn zu Bahn. Brehna mit Neuendorf (859) und Bauer (875) zeigte sich beeindruckt und geriet immer weiter unter Druck. So fiel die Entscheidung über Sieg oder Niederlage tatsächlich mit dem allerletzten Wurf. Hecht spielte mit seiner vorletzten Kugel noch einen Neuner, konnte noch einmal aufs volle Bild spielen, traf aber vier Kegel zu wenig.

Kurze Zeit später traf dann noch die Nachricht über den Senftenberger Sieg in Nerchau ein und die Erleichterung und der Siegesjubel der jungen Brehnaer Kegler kannte nun keine Grenzen mehr. Magdeburg darf trotzdem mit der tollen Saison 2010/11 hoch zufrieden sein. Der erreichte 4. Tabellenplatz, trotz einiger Verletzungs- und Personalsorgen, bedeutet das beste Abschneiden der Elbestädter seit Jahren.