In ihrem letzten Zweitliga-Heimspiel bezogen die zum Zwangsabstieg verurteilten SCM-Youngsters gegen den Tabellenvierten der 2. Handball-Bundesliga Nord der Männer, den VfL Bad Schwartau, eine 30:32 (16:16)-Niederlage.

Stadtfeld. Vor dem Anwurf hieß es einmal mehr Abschiednehmen. Mit Quenstedt, Schulz, Storbeck, Kübler, Hauge, Meschke, Weber und Leskovec wurden gleich acht SCM-Talente verabschiedet.

In der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer noch ein Spiel auf Augenhöhe, zogen sich die personell gehandicapten Elbestädter (Weber fehlte verletzt, Hauge schied nach einer Viertelstunde mit einem "Pferdekuss" aus) gegen die robusten und routinierten Gäste respektvoll aus der Affäre.

Bis zum 6:6 gelang den Gastgebern nur immer der stete Ausgleich, dann brachte Niklas Kupfer, der für zwei weitere Jahre verlängerte, die SCM-Zweite mit 7:6 erstmals in Führung (15. Minute), sorgte beim 9:7 sogar für eine Zwei-Tore-Führung (17.), was später noch einmal Thoke, der immerhin fünfmal traf, beim 15:13 gelang (26.).

Doch schon da zeigte sich, dass die Schwartauer im Gegensatz zu den Prokop-Schützlingen über einen treffsicheren Rückraum verfügten, zudem der Mittelblock der jungen Magdeburger zunehmend Probleme bekam. Tluczynski traf am Ende siebenmal, der nicht zu stellende Schult war gar elfmal erfolgreich, markierte in den ersten 20 Minuten bereits fünf Treffer, davon vier VfL-Tore in Folge.

Mit Wiederbeginn musste den Fans um die Youngsters Angst und Bange werden, zogen die Gäste bis zur 40. Minute auf 18:23 davon. Storbeck ersetzte den stark beginnenden Schulz im SCM-Tor, bekam aber nur selten eine Hand an den Ball. Kurios eine Szene Mitte der zweiten Halbzeit. Der reflexstarke Ariel Panzer im VfL-Tor kaufte Hornke bei einem Konter den freien Ball ab, um danach sofort für den zweiten Keeper Platz zu machen. Der A-Jugendliche Daniel Schmidt verkürzte mit seinen ersten beiden Zweitliga-Toren zum 21:25, leitete eine beeindruckende Aufholjagd ein, die die extrem junge SCM-Reserve in einem Spiel ohne jede Zeitstrafe am Ende noch auf zwei Tore wieder herankommen ließ.

Das ließ denn auch Youngsters-Trainer Christian Prokop nach Spielschluss voller Stolz bemerken: "Trotz unserer Ausfälle haben wir uns nicht abschlachten lassen. Das verdient Respekt. Nach einem Hänger am Ende noch auf zwei Tore heranzukommen, ist stark.

Lob hatte auch SCM-Geschäftsführer Marc Schmedt für den nach Schwerin wechselnden Prokop: "Der Trainer hat bis zum Schluss gute Arbeit geleistet, sich nicht hängen lassen und auch gegen seinen künftigen Arbeitgeber gewonnen."

SCM II: Schulz, Storbeck - Oswald 1, Hornke 1, Meschke 6, Hauge, Leskovec 5, Kupfer 8/3, Schmidt 2, Janke 1, Thoke 5, Kübler 1. Schiedsrichter: Daßler/Günther (Zwönitz). Zuschauer: 400. Zeitstrafen: keine. Siebenmeter: SCM 3/3, VfL 4/3.