Die BG Magdeburg gewann am Wochenende ein verrücktes Basketballspiel. Vor 350 zufriedenen Zuschauern gab es gegen den alten Regionalliga-Rivalen SG Wolfenbüttel einen 81:69 (35:45)-Sieg. Der gelang allerdings nur dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Damit revanchierten sich die Febro Eagles für die hohe Niederlage im Hinspiel und erzielten im zwölften Vergleich mit nun sechs Siegen Gleichstand.

Stadtfeld. Bei den Gästen scorte erwartungsgemäß der zweitbeste Punktesammler der gesamten Liga, Christopher Rodgers mit 21 Punkten (2 Dreier), am erfolgreichsten. Für die Elbestädter traf Derrick Stevens diesmal besser als zuletzt beim ASC Göttingen und erzielte gute 28 Punkte (4 Dreier).

Das erste Viertel verlief ausgeglichen. Die Gäste ließen Ball und Gegner laufen und kamen immer wieder zu leichten Punkten. Im zweiten Viertel bröckelte die BG-Verteidigung immer mehr, die Niedersachsen spielten überlegt immer den am besten positionierten Mitspieler an und sicherten ihren Vorsprung über die Stationen 25:30 (12. Minute), 28:35 (15.) und 35:41 (17.). Der Gastgeber kam im zweiten Viertel nur zu zwei Feldkörben durch Stevens und Gebert und bekam mit dem Halbzeitstand von 35:45 die Quittung.

Mit einigen Sorgenfalten im Gesicht verschwanden die Verantwortlichen, Coach und Team in die Kabine. Dort analysierte Coach Opitz schonungslos die Fehler und forderte deutlich mehr Einsatz und Tempo von seinen Eagles.

Diese hatten genau hingehört und kamen wie verwandelt aus der Pause. Die Verteidigung wurde umgestellt und das Tempo deutlich forciert – damit kam Wolfenbüttel nicht zurecht. Stevens, öfter mit sehr guten Aktionen und Auge, eröffnete die Aufholjagd mit vier Punkten in Folge. Wolfenbüttel verwarf vier Freiwürfe und unterstützte damit ungewollt die Aufholjagd. Ivanov, Canty (hochmotiviert), Stevens und ein sich immer besser ins Team findender Harke legten nach. Letzterem war es vergönnt, für den umjubelten 54:54-Ausgleich (29.) zu sorgen. Als dann noch US-Boy Stevens per Dreier die 59:58-Führung erzielte, bebte die Halle.

Wolfenbüttel gelang plötzlich nichts mehr, SG-Coach Weinhold verzweifelte fast auf der Bank. Die ersten sieben Minuten des letzten Viertels endeten mit 12:0 für die Hausherren. Dafür sorgten nicht zufällig die Leistungsträger Ivanov, Stevens, Canty und Markiewicz.

Beim 71:58 (37.) war das fast verloren geglaubte Spiel entschieden. Die SG kam durch Rodgers und Nils Staebe wieder ins Spiel, doch es war zu spät. Die Eagles versenkten durch Stevens und Harke noch zwei umjubelte Dreier, Gebert blieb es vorbehalten für den Endstand zu sorgen.

Der holländische Ex-Eagle Peter van Rij mit seinem Fazit: "Die zweite Halbzeit war Klasse, hier hat das Team gezeigt, was es leisten kann."

In der verzerrten Tabelle bedeutet der ungemein wichtige Sieg gegenwärtig Rang acht mit 6/12 Siegen. Vor den Abstiegskandidaten Hermsdorf und Berlin Baskets, gegen die man auch noch antreten muss, hat die BG bei noch ausstehenden vier Spielen nunmehr zwei bzw. fünf Siege Vorsprung.

BG Magdeburg: Markiewic 2, Canty 13, Günther, Zydorek 1, Ivanov 13, Stevens 28, Nitsch 3, Ahrens, Maue, Harke 15, Gebert 6, Alsen.