Neue Neustadt. Mit einer vor allem in der ersten Hälfte beeindruckenden Leistung, haben sich die Handball-Frauen des TuS 1860 Neustadt in der Sachsen-Anhalt-Liga für die 26:35-Hinspielklatsche gegen Lok Schönebeck revanchiert. Bereits zur Pause, die Magdeburgerinnen führten mit 21:9, stand der Sieg fest. Am Ende gelang ein ungefährdeter 36:24-Auswärtserfolg.

Etwas ungläubig schaute Trainer Pußel zur Halbzeitpause auf die Anzeigetafel. Nach der hohen Hinspielniederlage war er im Vorfeld des Spieles nicht davon ausgegangen, dass seine Mannschaft zur Pause mit zwölf Toren führen würde. Er sah ein von Beginn an hoch motiviertes Team, welches schnell mit 5:0 (6.) führte. Eine kurze Schwächephase nutzte Lok, um auf 4:6 heranzukommen.

Doch in der Folgezeit ließen vor allem die aggressive Abwehr und die starke Torhüterin Pußel den Gastgeber verzweifeln. Schönebeck rannte sich immer wieder fest, traf einfach das Tor nicht. TuS nutzte die Ballgewinne konsequent, zelebrierte ein tolles Konterspiel. Einen erheblichen Anteil hatte Ulrike Damboldt, die nach jahrelanger Pause wieder das TuS-Trikot überstreifte. Sie stabilisierte nicht nur die Abwehr, sie warf mit dem 9:4 auch ihr erstes Tor in ihrer neuen Mannschaft.

TuS baute die Führung kontinuierlich aus und führte nach 21 Minuten mit 13:8. Lok resignierte, lief nach den Ballverlusten kaum noch zurück. Ein 6:0-Lauf der Neustädterinnen, der gleichbedeutend mit dem Ausbau der Führung auf 19:8 war, bedeutete die Vorentscheidung in diesem Spiel.

TuS behauptete in Hälfte zwei nicht nur den Vorsprung, sondern vergrößerte ihn sogar. Als Kirsten, die insgesamt zehn Treffer erzielte und wiederum beste Werferin ihrer Mannschaft war, zum 14:31 traf, konnte man als neutraler Zuschauer schon von einem Klassenunterschied sprechen.

Die Schlussviertelstunde konnte Schönebeck jedoch ausgeglichen gestalten. Das lag zu einem daran, dass das Schedlo-Team noch einmal Moral bewies und sich anständig von seinem Publikum verabschieden wollte. Zum anderen ließ bei TuS die Konzentration nach, es schlichen sich Fehler ein. Lok verkürzte auf 20:32.

Sieben Minuten vor Schluss wechselte TuS noch mal durch, u. a. ersetzte Kreisläuferin Haegebarth die starke Melanie Pußel im Tor (20 gehaltene Bälle). Im Angriff durfte Linksaußen Haberland sogar im Rückraum ran, erzielte mit einem tollen Schlagwurf gar das 34:20. Den Schlusspunkt setzte dann Helbig, die Sekunden vor Schluss noch einen Konter zum 24:36 verwandelte.

TuS 1860 Neustadt: Pußel –Kirsten 10/5, Thürmann 3, Haegebarth 4, Haberland 5, Jebsen 3, Sill 1, Helbig 2, Viehweg 4, Damboldt 1, Kietz 1, Krauß 2.