Cracau. Einen fest geglaubten Dreier gaben die U-23-Kicker des 1. FC Magdeburg im Heimspiel gegen die Zweite des FC Carl Zeiss Jena kurz vor Schluss noch aus der Hand. Während Verkic kurz nach Wiederbeginn eine der zahlreichen Chancen der auf sechs Positionen verstärkten FCM-Zweiten zum 1:0 nutzte, stocherte Osadchenko acht Minuten vor Spielende den Ball für die da schon dezimierten Gäste (Frick sah in der 73. Minute Gelb-Rot) über die Linie, nachdem zuvor FCM-Keeper Christian Gropius einen hoch in den Strafraum geschlagenen Freistoß nicht erwischte.

FCM-Coach Wolfgang Sandhowe, der nach eigenem Bekunden die U 23 am Sonntag das letzte Mal betreute ("Ich werde mit den Jungs bei Gelegenheit noch einmal schön Pizza essen gehen") hatte beim Gegentor ein Dejà-vu-Erlebnis, denn schon tags zuvor unterlief seinem Schützling Matthias Tischer im Regionalligaspiel beim Hertha BSC II ein folgenschwerer Patzer. So etwas tut einem Torwarttrainer, der Sandhowe ja auch noch ist, natürlich doppelt weh: "Wir wollten noch einmal richtig Gas geben. Dann passiert dieser Torwartfehler", so der Coach, der seine Schützlinge dann aber gleich wieder in Schutz nahm: "Die Mannschaft hat toll gekämpft."

Angefressen war unmittelbar nach Spielschluss auch FCM-Kapitän Christian Loth, den der Trainer erst eine gewisse Mitschuld am Gegentor unterstellte: "Ärgerlich, so ein Spiel gegen zehn Mann noch aus der Hand zu geben. So eine Gurke gab es gegen Borea Dresden auch schon. Nun wird es am Sonnabend gegen Gotha ein Alles-oder-Nichts-Spiel." Bis dahin hoffen die an Adduktorenproblemen leidenden Christian Weiß und Moritz Instenberg wieder fit zu sein.

Wer im Aufsteigerduell gegen Wacker dann als Trainer auf der Bank der FCM-Zweiten sitzt, ist vorerst noch unklar. Teamleiter Lutz Pape und auch Nachwuchsleiter Carsten Müller erklärten am Sonntag unisono: "Wir arbeiten an einer zeitnahen Lösung." Und auch Sandhowe, der die U 23 in seinem Abschiedsspiel noch einmal richtig heiß gemacht hatte, so dass diese bis manchmal knapp an die Grenze des Erlaubten ging, meinte viel- sagend: "Das müssen nun die da oben entscheiden."