Zieht man mit etwas Abstand eine Bilanz über das Abschneiden des Basketball-Regionallisten BG Magdeburg in der Saison 2010/11, kann festgestellt werden: Das Saisonziel Klassenerhalt wurde mit dem neunten Rang erreicht. Es wurden fünf Heimsiege (3/2) und drei Auswärtssiege (1/2) erzielt.

Magdeburg. Der Weggang von acht Spielern – Peter van Rij (Karriereende), Benjamin John (Baskets Wolmirstedt), Perica Simic (Bernau), Wilfried Steffen Harvey (USA), Marcel Albrecht (Baskets Wolmirstedt), Aaron Lee Anderson (USA), Kevin Glenetzky (unbekannt), Felix Neumann (Aschersleben) und Paul Münsinger (BSW Sixers/MBC)) und des Trainergespann Mai/Richter (Hannover Tigers) – hinterließ ein "Trümmerfeld".

Dazu kamen finanzielle Einbußen durch das eingestellte Engagement von NRSA. Glücklicherweise hielten alle Sponsoren zur Stange und sicherten den Spielbetrieb. Vereinsführung und Coach Michael Opitz hatten ein schweres Amt und das Team eine zu kurze Vorbereitung für einen völligen Neuanfang.

Neu-Trainer Opitz war bei den Ergebnissen zu Beginn beider Halbserien und verletzungs- und krankheitsbedingten Spielerausfällen nicht vom Glück verfolgt. Nur drei Spieler absolvierten mehr als 20 Spiele.

Trotz der fünf Heimsiege konnte man von erhoffter Dominanz in eigener Halle kaum sprechen. Das letzte Heimspiel gegen Hermsdorf brachte zwar mit 800 Fans den höchsten Besuch seit neun (!) Jahren, aber auch eine enttäuschende Heimniederlage – war Spiegelbild der gesamten Saison 2010/2011.

Acht Abgängen standen neun Neuzugänge gegenüber (Canty, Stevens, Nitsch, Harke, Gebert, Ahrens, Zydorek, Carter und A. Günther). Effektivster Spieler war erneut der Ukrainer Ivanov, der seinen Wert vom Vorjahr verbesserte und als bester Adler auf Rang 13 vor Canty (22.), Stevens (32.), Nitsch (40.) und Harke (104.) landete. Sehr gut eingeschlagen hat Michael Canty, obwohl als sehr junger Spieler noch schwankend.

Die ersten fünf Spiele wurden relativ knapp verloren, damit war keine sehr gute Saison mehr möglich- wie manche Optimisten trotz der Ausgangslage hofften. Mit drei Siegen wurde die Hinrunde hoffnungsvoll beendet.

Der Erfolg gegen den späteren Absteiger Berlin Baskets war Pflicht. Gegen Oldenburg bot man eine sehr gute Leistung mit einem 14-Punktesieg. Am letzten Spieltag der Hinrunde gelang in Hermsdorf der lang ersehnte erste Auswärtssieg. Auch die Rückrunde begann mit vier Niederlagen in Folge, die Hoffnung an die Erfolge am Ende der Rückrunde anknüpfen zu können verpuffte. Das 74:103 zuhause gegen Stade tat weh.

Ausgerechnet zwei Auswärtssiege brachten den Klassenerhalt. In Berlin gewannen die Adler trotz Komplikationen mit Stevens dank eines starken Canty. In Oldenburg machten beide in trauter Eintracht 80 der 110 Adler Punkte nach zweimaliger Verlängerung und sicherten den ununterbrochenen Verbleib in der 1. Regionalliga seit 2002. Im letzten Spiel gegen Hermsdorf zeigte sich dann, dass die Luft raus war.

Nach den Abgängen Ivanov (Karriereende), Maue und Pöllnitz (beide beruflich) nach Saisonende und dem formulierten Ziel des baldigen Aufstiegs in die 2. Bundesliga wird es erneut einige personelle Veränderungen geben. Ein großes Fragezeichen steht zudem hinter Canty, der diverse Angebote aus anderen Ligen hat und unentschlossen ist.

Neu-Präsident René Monse und die Verantwortlichen arbeiten derweil fieberhaft an der Verbesserung der wirtschaftlichen Grundlagen, um ein deutlich stärkeres Team in der Saison 2011/2012 ins Rennen zu schicken.