Die Spielerinnen des Handball-Oberligisten TuS 1860 Neustadt wussten nach der Partie gegen die SpG Gräfenhainichen / Kühnau nicht so richtig, ob sie sich freuen oder ärgern sollten. Erst vergab man, trotz einer Sechs-Tore-Führung kurz vor dem Spielende, den fast sicher geglaubten Sieg. Dann erfuhr TuS von der hohen Niederlage Halberstadts und wusste, dass das 22 : 22 ( 11 : 7 ) gegen Gräfenhainichen doch noch für den Sprung auf Rang sieben reichte.

Neue Neustadt. Bis zum 4 : 4 nach zwölf Minuten war es das erwartete Spiel auf Augenhöhe. Nach einer Viertelstunde stellte TuS die Abwehr um und brachte Lisa Haegebarth in den Mittelblock. Sie sorgte für deutlich mehr Aggressivität in der Defensive. Kurz vor der Pause verletzte sich Anika Jahns am Fuß so schwer, dass sie nicht mehr eingesetzt werden konnte. Die erste Hiobsbotschaft für die Trainer, die an diesem Tag nur neun Feldspielerinnen zur Verfügung hatten. TuS ging schließlich mit einer komfortablen 11 : 7-Führung in die Kabine.

Zahlreiche Fehler im TuSSpiel ließen die Gäste zu Beginn des zweiten Abschnittes zum 12 : 12 ausgleichen. Dann gab es die nächste schlechte Nachricht. Die bis dahin beste Torschützin, Franziska Helbig, bekam in der 41. Spielminute eine Disqualifikation nach drei Zeitstrafen und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Ein Detail, was am Ende von großer Bedeutung sein sollte.

TuS ließ sich von diesem erneuten Rückschlag jedoch nicht aus dem Konzept bringen und baute die Führung wieder auf 20 : 15 aus. Großen Anteil hatten daran vor allem Anna Thürmann und Sandy Kietz, die mit schönen Einzelleistungen erfolgreich waren. Als Jana Viehweg zum 22 : 16 traf, schien das Spiel endgültig gelaufen.

Doch Gräfenhainichen kämpfte und stellte die Abwehr um. Die Gäste spielten jetzt deutlich offensiver, was das richtige Rezept gegen eine Mannschaft ist, bei denen die Kräfte mit zunehmender Spielzeit schwanden. TuS wurde nun dafür bestraft, dass keine Wechselalternativen mehr da waren. Gräfenhainichen überrannte das Pußel-Team förmlich in den letzten sechs Minuten und kam in der 59. Minute sogar auf 22 : 21 heran. 15 Sekunden vor Schluss fabrizierte TuS wieder einen Fehler. Die Gäste nahmen das Geschenk dankend an und erzielten zwei Sekunden vor dem Ende den Ausgleichstreffer.

TuS : Ebeling, Pußel – Thürmann 4 / 1, Haegebarth 1, Viehweg 3, Kietz 5 / 1, Kirsten 1, Krauß 1, Helbig 5, Schulz 2, Jahns.