Susan Medau, Internetbeauftragte des BBC Febro,

traf sich kürzlich mit Perica

Simic vom Basketball-Regionallisten BG Febro zum Plausch vor dem Jahreswechsel und war überrascht, wie offen und freundlich der 1, 98 m

große, derzeit verletzte Center die gut überlegten Fragen

beantwortete.

Stadtfeld ( mus ). Sein Name an sich trifft den Nagel auf den Kopf, wie man so schön sagt. Perica steht als " Verniedlichung " für Petar und dies wiederum bedeutet übersetzt : der Fels, welchen er auf dem Spielfeld durchaus verkörpert. Nachdem ich seinen Vornamen aber gleich zweimal falsch aussprach, einigten wir uns auf seinen Spitznamen " Peri ", denn so wird er auch von seiner Familie, Freunden und seinem Basketball-Team genannt.

Peri erzählte mir, dass er in Berlin mit kroatischen Wurzeln geboren wurde und noch drei Geschwister hat. Seine zwei älteren Brüder sind ebenfalls sehr dem Sport zugewandt, so wie auch seine jüngere Schwester, welche nunmehr bald ihre Ausbildung abschließt. Sie ist das Nesthäkchen der Familie und mit drei großen Männern im Rücken ist das bestimmt nicht die schlechteste Familienposition. Beim Gespräch merkte man schnell, dass Perica eine enge und liebevolle Familienbindung hat und diese ihm Halt und Sicherheit gibt.

Eine weitere Frage war die nach einem Beruf, wobei mir klar wurde, da scheinen viele Talente zu schlummern. Stuckateur wurde er in seinem ersten Leben und Automobilfachverkäufer in seinem jetzigen. Zeigt es mir doch, dass Basketballer auch mehr können, als nur mit " runden Dingern " umgehen. " Ich liebe Basketball, aber zum Leben allein reicht dies nicht ", meinte der 29-Jährige.

Zum Leistungssport Basketball kam er erst als erwachsener, junger Mann. Peri war bereits 20 Jahre alt, als ein Freund ihn ermutigte, mehr aus seiner Leidenschaft für den Ball zu machen und diesem Ruf folgte er und begann seine Karriere in Bernau. Nachdem er dann einige Jahre in Magdeburg für die Febro Eagles spielte, war der Wunsch nach höherklassigem Basketball gewachsen und er wagte einen Abstecher zu den Wolfenbüttel Dukes in die 2. Basketball-Bundesliga. Doch schnell wurde ihm klar, dass hier enormer Druck auf ihm lastete, wollte er doch Job, Sport und Familie unter einen Hut bekommen. Gerade beruflich ging es in dieser Zeit für Simic in die Selbstständigkeit und so war er mehr denn je gefordert. Er besann sich und kehrte zu seinem " alten " Team zurück.

Natürlich musste auch ich die Frage stellen, was er mit der Stadt Magdeburg verbindet und hier die vielleicht überraschende Antwort : " In Magdeburg komme ich wirklich gut mit den Menschen klar. Ich spiele in einem super Team und mag alle meine Sportskollegen. Die Stadt ist immer grün, vorallen Dingen im Frühling blüht es wirklich an jeder Ecke. Von Berufs wegen liegt Magdeburg sehr zentral und auch meine Familie lebt nicht soweit von hier entfernt, so dass wir uns regelmäßig besuchen können. "

Neugierig war ich auf die " Umgangssprache " hinter den Kulissen, wird doch die 1. Regionalliga derzeit vom Amerikaner Michael Mai betreut und ich hatte Angst, dass die Spieler nur die Hälfte verstehen. Peri aber erklärte mir, dass jeder Spieler Englisch versteht und Michael Mai bemüht ist, seine Deutschkenntnisse weiter zu vertiefen.

Wer in letzter Zeit ab und an Fußball im Fernsehen verfolgt hat, hatte doch immer wieder so das Gefühl bei einigen Mannschaften, dass Trainer und Spieler nicht auf einer " Wellenlänge " lagen, also die Chemie nicht stimmte.

Ich fragte Peri, wie das in seiner Vergangenheit generell so aussah und er bezog ganz klar Stellung : " Dein Trainer muss nicht Dein Freund sein, aber man muss ihm Vertrauen schenken, denn er will wie Du mit dem Team gewinnen. Sollte es doch mal Sorgen oder Probleme geben, so hilft immer nur reden und zwar offen und ehrlich. Man sollte sich immer respektvoll behandeln. "

Mir brannten noch viele Fragen auf der Zunge und so ließ sich Peri weiter in alle Ruhe von mir berieseln und gab noch so einige neckische Dinge zu Protokoll.

Wenn er Ruhe vor dem Sturm braucht, geht der gebürtige Berliner nämlich zum Nachtangeln mit seinen Freunden und kann so einfach mal abschalten. Ob er dabei mal einen Fisch fängt und den dann auch " auseinander nimmt ", hat er mir leider nicht verraten.

Des Weiteren ist er beim Essen absolut nicht wählerisch. Von den Eltern nach dem Motto erzogen – Was auf den Tisch kommt, sollte man auch essen ! – achtet er nicht sonderlich auf gesundheitsbewusste Ernährung und futtert was das Zeug hält. Rein äußerlich scheint es ihm noch nicht geschadet zu haben.

Nach den Weihnachtsferien möchte Perica wieder ins Training der Febro Eagles einsteigen und hofft, dass er so bald wie möglich auch wieder am Spielbetrieb teilnehmen kann. Angst vor einer erneuten Verletzung hat er nicht, aber man sei schon etwas vorsichtig, gerade wenn man schwerwiegende Verletzungen hatte.

Die Febro Eagles sind bei den diesjährigen Auswärtsspielen noch nicht sonderlich erfolgreich gewesen gab ich zu bedenken, doch Herr Simic zwinkerte und meinte : " Ich habe halt gefehlt !"

Auch die Frage, was nach seiner aktiven Karriere passieren wird, blieb nicht ungestellt : " Ich könnte mir vorstellen als Trainer zu arbeiten, allerdings im Herrenbereich und nicht im Jugendbereich. "

Da dies aber noch Zeit hat, wünschen wir " Peri " erstmal schnelle Genesung und einen erfolgreichen Start in das Jahr 2010.