In einem turbulenten Spiel mit zwei völlig verschiedenen Halbzeiten unterlag Germania Olvenstedt am Wochenende daheim mit 5 : 6 ( 1 : 5 ) den Rot-Weißen aus Zerbst. Nach einer desolaten ersten Halbzeit, nach der einige Zuschauer schon den Heimweg angetreten waren, steigerten sich die Volkmar-Schützlinge noch einmal. Das " Happy-End ", ein Punktgewinn, blieb jedoch verwehrt.

Olvenstedt. Es war eines dieser Spiele, die man als unparteiischer Beobachter einfach nur genießen konnte. Das richtungsweisende Duell zweier Tabellennachbarn, die von Beginn an eine unterhaltsame Partie ablieferten. Die Gäste gingen bereits nach zwei Minuten in Führung, als Gieseler in zentraler Position zum Schuss ausholte, abrutschte und der zufällig an den Ball kommende Thamm freistehend einschieben konnte.

Die Germania wurde kalt erwischt, versuchte aber umgehend, dies zu korrigieren. Patrick Kohrmanns Freistoß bereitete dem Gäste-Keeper einige Probleme ( 6. ). Doch auch auf der Gegenseite hätten Kilz ( 9. ) und Wiegelmann ( 11. ) durchaus erhöhen können. Drei Minuten später foulte RWZ-Keeper Werner den durchbrechenden Andy Bauerfeind im Strafraum, wodurch der Schiedsrichter auf Elfmeter entschied. Nach etlichen Diskussionen, wer den gelb-gesperrten Andreas Bode als Schütze vertreten sollte, nahm sich Kohrmann den Ball und scheiterte an Werner. Auch Sebastian Gasch brachte den Ball im Nachschuss nicht unter.

Doch die Olvenstedter sollten noch zum Ausgleich kommen. In der 19. Minute war Bauerfeind erneut durch, schoss aber im Fallen zu lasch auf das Gästegehäuse. Koppeng wollte vor der Linie retten, schoss dabei aber seinen Mannschaftskameraden Ritze an, von dessen Körper der Ball über die Linie sprang.

Nun sollte die Partie eigentlich für die Gastgeber losgehen, doch wieder zeigten sich die Zerbster eiskalt vor dem gegnerischen Tor. Thamm traf nach einem erfolgreichen Flankenlauf zum 1 : 2 ( 24. ). Auf der Gegenseite hatte Bauerfeind, angespielt von Kohrmann, die Großchance zum Ausgleich, setzte den Ball aber über den Kasten.

Was nun folgte, war ein Stich ins Herz jedes Olvenstedters. Bis zur Pause schossen die Gäste noch dreimal aufs Tor, wobei jeder Schuss gegen die passive Germania-Defensive ein Treffer war. Wiegelmann ( 33. ), Sens ( 35. ) sowie Kuklin ( 41. ) erhöhten auf 1 : 5.

Nach dem Wechsel ging es zunächst im selben Takt weiter. Kilz nutzte die erste Gäste-Chance im zweiten Abschnitt zum 1 : 6 und machte das Debakel zu diesem Zeitpunkt perfekt.

Doch Olvenstedt stand wieder auf. Es folgte der leidenschaftliche Auftritt, den sich die heimischen Zuschauer schon von der ersten Minute gewünscht hätten. Zerbst fand nun gar nicht mehr statt. Bauerfeind im Nachsetzen ( 54. ), Robert Puchowka mit einem abgefälschten Schuss ( 57. ) sowie zweimal Sebastian Weiland ( 63 ., 86. ) sorgten für Spannung bis zum Schlusspfiff. Letztlich blieb es aber beim 5 : 6-Endstand, womit sich die Platzherren wohl endgültig vom Kampf um den Aufstieg verabschieden können.

Germania Olvenstedt : Uhlmann – Berger, Zabel, Hoheisel ( 46. Sander ), Ferl ( 46. Schmidt ), Puchowka, Gasch ( 74. Hallbauer ), R. Müller, Kohrmann, Bauerfeind, Weiland.

Tore : 0 : 1 Thamm ( 2 ), 1 : 1 Ritze ( 19 ., Eigentor ), 1 : 2 Thamm ( 24. ), 1 : 3 Wiegelmann ( 33. ), 1 : 4 Sens ( 35. ), 1 : 5 Kuklin ( 41. ), 1 : 6 Kilz ( 49. ), 2 : 6 Bauerfeind ( 54. ), 3 : 6 Puchowka ( 57. ), 4 : 6, 5 : 6 Weiland ( 63 ., 86. ).