Magdeburg. Olympiasiegerin und amtierende Weltmeisterin Conny Waßmuth, Olympiasieger Andreas Ihle, Weltmeister Erik Leue und Vize-Weltmeister Chris Wend führen die Flotte der SCM-Kanuten beim heutigen Sprint-Cup auf der Magdeburger Zollelbe an. Vom Nachwuchs bis zur Leistungsklasse wird die um 16 Uhr beginnende 15. Jubiläumsauflage der rasanten 200-m-Bestenermittlung ein weiteres Mal eine Leistungsschau der Magdeburger Kanuten, die mit acht Olympiasiegern und mehr als 40 WM-Titeln zu den erfolgreichsten der Welt zählen. Das Sprint-Spektakel der das Weltniveau bestimmenden Leistungsklasse – die deutschen Top-Athleten sind fast ausnahmslos am Start – wird um 17 Uhr gestartet. Die Finals beginnen um 19 Uhr.

Bereits seit Sonntag trainieren die Staffel-Vizeweltmeister, die Dänen Kaspar Bleibach und Kaspar Nielsen, auf der Wettkampfstrecke im Herzen der Landeshauptstadt. Beide waren zuvor bei der Sprint-Regatta in Waren am Start.

Bundesstützpunktleiter Eckhard Leue, der die organisatorischen Fäden für den heutigen Kanu-Leckerbissen in der Hand hält, verspricht : " Alle Athleten haben über ihr normales Trainingspensum hinaus schon diesen oder jenen 200-m-Sprint extra trainiert. "

Titelverteidigerin Fanny Fischer musste allerdings gestern schweren Herzens absagen. " Ich habe am Donnerstag eine Prüfung ", sagte die Potsdamer Sportsoldatin zur Begründung. " Dafür ", so Leue, " können wir ihre Mannschaftskameradin, die Vize-Weltmeisterin Franziska Weber, begrüßen. "

Zusätzlich ins Programm aufgenommen wurde ein Drachenboot-Rennen der Lehrer der Magdeburger Sport-Sekundarschule gegen ihre Kollegen vom Sportgymnasium ( ca. 17. 20 Uhr ) und gegen 18. 50 Uhr eine Präsentation ehemaliger Aktiver ( u. a. der Olympiateilnehmer von 1968 Helmut Wagner ) aus Magdeburg, Wolmirstedt, Burg und Barby in Mannschafts-Canadiern.

Das Kinderfest beginnt bereits um 15 Uhr.

Johannesburg ( SID ). Der Sextest bei Südafrikas " Golden Girl " Caster Semenya, mit dem ihr Geschlecht bestimmt werden soll, hat bereits vor ihrem überraschenden 800-m-Triumph bei der Leichtathletik-WM in Berlin begonnen. Die Funktionäre des nationalen Verbandes ASA haben der 18 Jahre alten Aufsteigerin aber offenbar nie gesagt, weshalb sie in eine Klinik nach Pretoria zu Blut- und Urintests musste.

" Die Tests wurden ihr nicht vernünftig erklärt ", sagte der ehemalige südafrikanische Nationaltrainer Wilfred Daniels. Stattdessen sei Semenya im Glauben gelassen worden, es handele sich um standardmäßige Dopingkontrollen.

Daniels hatte seinen Posten in der vergangenen Woche wegen der Kontroverse um Semenya aufgegeben : " Ich musste gehen. Ich habe mich selbst angeschaut und nicht gemocht, was ich da sah. Ich habe mich gefragt, ob ich mein Leben so weiter genießen könnte. Mein Gewissen hat mich geplagt. "

Schon während der WM hatte die Schweizer Zeitung " Blick " berichtet, die Tests hätten ergeben, dass Semenya nachweislich ein Zwitter mit der Chromosomen-Kombination XY – ein sogenannter Hermaphrodit – sei.

Coach Daniels berichtete, mit den Tests sei begonnen worden, nachdem Semenya Ende Juli aus dem Nichts heraus in Bambous / Mauritius in 1 : 56, 72 Minuten eine Weltklassezeit gelaufen war. Bei der WM ließ sie dann sogar 1 : 55, 45 folgen. Daniels sagte, IAAF und ASA hätten die Situation total vergeigt. Das Management sei miserabel gewesen.

Der vom Weltverband IAAF in Berlin wenige Stunden vor dem 800-m-Finale eingeräumte Sextest bei Semenya hatte ihren WM-Sieg ( 1 : 55, 45 Minuten ) überschattet und in Südafrika eine Welle des Protests losgetreten. Der IAAF wurde Rassismus vorgeworfen. Südafrika kündigte an, sich bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen zu beschweren.

Wie es nun weitergeht, ist völlig offen. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Semenya ein Zwitter ist, heißt das laut IAAF nicht, dass ihr automatisch die Goldmedaille aberkannt wird und Titelverteidigerin Janeth Jepkosgei ( Kenia ) nachrücken würde.