Am morgigen Sonnabend, genau 60 Jahre und vier Monate nach seiner Gründung als Sektion Tischtennis der SG Alte Neustadt und späteren BSG Aufbau Börde am 22. April 1949, feiert der TTC Börde seine Jubiläum. Unser Autor und Zeitzeuge schaut auf einige Etappen der 60-jährigen Entwicklung zurück.

Magdeburg. Derzeit gehören dem TTC Börde, der mit der Sporthalle in der Steinigstraße über eine vereinseigene Spiel- und Trainingsstätte verfügt, 105 Mitglieder, davon 30 Kinder und Jugendliche, an, die in neun Herren-, zwei Damen und vier Nachwuchsmannschaften am Punktspielbetrieb teilnehmen. Die Trainingszeiten sind montags bis freitags von 17. 30 bis 22 Uhr.

Die Anfänge des heutigen TTC Börde liegen in den Jahren 1949 / 50, als sich Bördes Tischtennis-Sparte unter dem Dach der SG Alte Neustadt formierte und sich dann der neu gegründeten BSG Aufbau Börde Magdeburg anschloss. Unvergessen bleibt der Name des bereits verstorbenen Max Fromm, bei dem die Sektionsleitung von 1951 bis 1986 in guten Händen lag. Bereits in diesen frühen Jahren mauserte sich Bördes Tischtennis-Gemeinschaft zu einer landesweit gefürchteten Tischtennis-Bastion in der ehemaligen DDR.

Aufbau Börde, das war Spitzensport

Unzählige Landes- und DDR-Meistertitel im Wettkampfbetrieb der Damen und Herren sowie Titelgewinne in DDR-Liga- und -Oberliga künden von der Tatsache, dass der Spitzensport an den Tischen an der Oskar-Linke-Sporthalle in der Schmeilstraße ein gutes Zuhause hatte. Zahlreiche Urkunden und Pokale im nahegelegenen damaligen Vereinsheim der BSG Aufbau Börde im Stadion der Bauarbeiter belegten dies jahrzehntelang.

Solche Namen wie Astrid Horn, Hans-J ürgen Fromm, Elisabeth Fromm und Lilo Meisner haben heute noch einen guten Klang. Zeitzeugen wie " Fratzi " Täger, Werner Kotulla und " Tulli " Rudloff, die damals als Jungspunde neben Mitdank, Tiemann und Vorwerk im DDR-Liga-Team standen, können das bestätigen.

Im Ergebnis seiner langjährigen und außerordentlichen Verdienste wurde Max Fromm die Ehrenmitgliedschaft der BSG Aufbau Börde verliehen, ehe er den Staffelstab an seinen Nachfolger Gerd-Peter Ohnsorge weitergab.

Dieser übernahm 1986 das Zepter im Verein, nachdem er sich schon vorher als Nachwuchs-Ü bungsleiter bewährt und den Nachwuchs zu vielen Spartakiadesiegen und Bezirksmeistertiteln geführt hatte. Auch Erik Glistau und seine Brüder sind aus dieser Schule hervorgegangen.

TTC-Gründung und

Wechsel an der Spitze

Ab 1992 ging Peter Ohnsorge einen eigenen Weg und verließ den Verein in Richtung Eintracht Diesdorf. In dieser nicht ganz einfachen Situation nach den Wende sprang Günter Schmietendorf in die Bresche und besetzte den Chefsessel. Unter seiner Initiative machte sich die Tischtennis-Sektion Mitte der 1990 er Jahre unter dem Namen TTC Börde Magdeburg e. V. eigenständig und schlug auch in der Zusammenarbeit mit anderen Vereinen neue Wege ein.

So lockte Schmietendorf 1997 Handwerk-Spitzenspieler Steffen Schulz für ein Jahr nach Stadtfeld und holte mit seinem Jugendteam den Landesmannschaftsmeistertitel in die Elbestadt. Ähnliche Absprachen mit Tangermünde und Schönebeck führten zum zeitweiligen Wechsel von Hille und Gärtner zur Verstärkung der Oberliga-Mannschaft. Auch die Tradition der Mitternachtsturniere ist in seiner Zeit geboren worden. Dennoch kam es 2001 aus vorrangig gesundheitlichen Gründen zur Trennung.

Fünfzehn Teams

im Spielbetrieb

Seitdem führt Frank Kuhnert Regie. In Zusammenarbeit mit seinem Vorstandsteam hat er seitdem viel bewegt, die Sporthalle in Eigenverantwortung übernommen und zu einem echten Leistungsstützpunkt im Tischtennis entwickelt. Der Erfolg blieb nicht aus. Die Mitgliederzahlen vor allem im Nachwuchs sind sprunghaft angestiegen. Für das neue Spieljahr wurden neun Herren-, zwei Damen- und vier Nachwuchsmannschaften gemeldet. Damit unterstreicht der TTC Börde seine dominierende Stellung als größter und erfolgreichster Tischtennis-Verein in der Stadt.

Wirft man einen Blick auf die neuen Mannschaftsformationen, dann springt auffällig ins Auge, dass solche Namen wie Wolfgang Fromm, Uwe Homburg, Jens Köhler, Otto Thüm, Karl-Ludwig Glade, Michael Hofmann, Klaus und Peter Bauske, Frank Kuhnert, die Glistau-Brüder, Henning Wilckens, Werner Tretner, Otto Pfister schon zum Teil über Jahrzehnte dem Verein ihre Treue halten.

Zwar wechselten sie nicht zuletzt altersbedingt im Laufe der Zeit aus den Leistungsklasse in tiefer spielenden Mannschaften des TTC Börde, doch sind die genannten noch längst nicht aus dem Wettkampfbetrieb wegzudenken. Andererseits bilden die TTC-Mitglieder im wahrsten Sinne des Wortes eine große Tischtennis-Familie, gehören verschiedene Generation nicht weniger Familien dem Verein an.

Diese treffen sich morgen in ihrem Domizil in Stadtfeld, schwelgen in alten Zeiten und schmieden neue Pläne. Am Abend werden die Feierlichkeiten im festlichen Rahmen im VIP-Bereich der MDCC-Arena fortgesetzt.

www. ttc-boerde. de