Alexander Auerbach, 21-jähriger Rückraumspieler mit Regiequalitäten beim SC Magdeburg, wechselt nach Saisonende zum Süd-Zweitligisten HSC 2000 Coburg. Seit der C-Jugend spielte "Aui" für den SCM, machte allerdings schon bei zahlreichen weiteren Vereinen Station.

Magdeburg. "Das ist ein großer Verlust für die kommende Saison, denn Auerbach hat speziell in der Rückrunde eine gute Entwicklung genommen. Schade, dass er den SCM verlässt. Ich hätte ihn gern einmal in der ersten Mannschaft spielen sehen", so der erste Kommentar von Youngsters-Trainer Christian Prokop.

"Ich hatte mehrere Angebote, doch Coburg gefällt mir als Stadt und ist handballverrückt, baut zur Zeit eine neue Halle für 3 500 Zuschauer. Außerdem ist Raimo Wilde dort Trainer. Wir kennen uns aus der gemeinsamen Zeit beim TV Großwallstadt", so der frühere Juniorenauswahlspieler. Zum Bundesligisten TVG war Auerbach im Sommer 2007 gewechselt, konnte sich dort aber nicht durchsetzten und kam mit Zweitspielrecht nur in der Regionalliga für Kirchzell zum Einsatz.

"Dieser Wechsel damals aus der Regionalliga in die Bundesliga kam für mich, im Nachhinein betrachtet, ein Jahr zu früh", denkt Auerbach aus heutiger Sicht über seinen einzigen "Wechselfehler" der Vergangenheit nach.

Etwas Wehmut kommt denn aber doch auf, wird deutlich in den Worten: "Ich hatte eine Superzeit hier, lebte acht Jahre in Magdeburg und spielte davon fünf für den SC Magdeburg." Der Sohn von Köthens Präsident Andreas Auerbach kam als C-Jugendlicher an die Elbe, wechselte allerdings 2004 zum Fermersleber SV, spielte später für die JSG FSV Glinde und Männer-Regionalligist Eintracht Glinde.

Warum vom SCM zum FSV, wo doch der Weg sonst meist umgekehrt ist? Auerbachs einfache Erklärung: "Der hatte in meiner Altersklasse, unter anderem mit Schulz und Coßbau, die bessere Mannschaft und mit Helmut Kurrat und Olaf Haase gute Trainer." Mit dem SCM gab es jedenfalls umkämpfte Derbys.

Nicht wenige Handballfans hätten den feinen Techniker und guten Werfer auch gern mal in der ersten Mannschaft des Clubs erlebt, doch blieb das ein Wunschtraum. Der künftige Coburger dazu: "Ich habe ganze zweimal mittrainieren dürfen, hätte mich gern mehr angeboten, durfte das aber weder unter Biegler, noch unter Liesegang. Ich wollte ja gar nicht unbedingt spielen. Aber, ich bin ja nicht der einzige, dem es so erging. Der Wechsel von Böhm zu den Füchsen kommt ja auch nicht von ungefähr."

Dennoch will Auerbach nicht nachkarten, erklärt vielmehr: "Ich bin dankbar, dass mich Marc Schmedt Anfang 2008 bei den Youngsters aufgenommen hat." Doch jetzt zieht es den "Wuschelkopf" nach Oberfranken: "Da soll was aufgebaut werden, schon am 26. Juni beginnt die Saisonvorbereitung." Coburg hat gerade mit Ach und Krach die 2. Liga gehalten, wird für Alexander Auerbach aber zum neuen Lebensmittelpunkt, zumal seine Freundin in Leipzig studiert, Mutti Herta bald im Allgäu und Schwester Nicole im Badischen.

Von den Youngsters möchte sich "Aui" am Sonnabend mit einem Sieg im Heimspiel gegen Edewecht verabschieden.