Nach dem 32:33 (16:20) der SCM-Youngsters im letzten Saisonspiel der 2. Handball-Bundesliga feierte Neuling VfL Edewecht den überraschenden Auswärtserfolg wie einen Champions-League-Sieg, während die Gastgeber mit gesenkten Köpfen vom Parkett schlichen. Auswirkungen auf die Abschlusstabelle hatte die Partie keine. Die SCM-Zweite blieb 13., Edewecht Vorletzter.Beide sind auch in der neuen Saison zweitklassig, nicht zuletzt, weil Hannover, Ahlen und Bernburg keine Lizenz erhielten.

Stadtfeld. "Ich habe mir das anders vorgestelt, wollte heute das i-Tüpfelchen auf eine insgesamt gute Saison setzen. Dass es nicht klappte, ist ärgerlich, soll aber nicht über die gute Gesamtentwicklung hinwegtäuschen", so Youngsters-Trainer Christian Prokop nach der 16. Saisonniederlage, davon sieben mit nur einem Tor Unterschied. Diese knappen Niederlagen sind Ausdruck fehlender Reife und verhinderten eine bessere Platzierung.

Auch im letzten Saisonspiel am Samstagabend durchlebten die Youngsters-Fans eine Achterbahnfahrt. Schnell gerieten die Hausherren in Rückstand, lagen beim 5:10 nach doppelter Unterzahl (15. Minute) mit fünf Toren zurück. Bemerkenswert, dass die Youngsters durch drei Thoke-Treffer zum 16:16-Ausgleich kamen (28.), um dann zur Pause doch wieder mit vier Toren hinten zu liegen - 16:20 (30.)

Mit Wiederbeginn zogen die Gäste dank ihres starken Rückraumes und der wackligen SCM-Abwehr gar auf 23:17 davon (35.). Da musste man Schlimmes für die Youngsters befürchten. Die bewiesen jedoch einmal mehr Kampfgeist, waren beim 26:26 wieder dran (48.).

In der hektischen Schlussphase spielte der VfL Edewecht seine Cleverness aus, kam mit Schäfer als siebtem Feldspieler Sekunden vor Schluss zum umjubelten Sieg.

"Heute haben auch jene, die besondere Ansprüche in Richtung erster Mannschaft stellen, diese nicht erfüllt", konstatierte ein enttäuschter Prokop später, hatte dabei vor allem Steffen Coßbau, der zu Beginn gleich die ersten beiden freien Bälle ausließ, sich später aber steigerte, und Dario Quenstedt, der vor allem gegen Versavkos keine Einstellung fand, im Blick.

Fast wichtiger als das letzte Saisonspiel waren jedoch die Personalentscheidungen, die unmittelbar vor der Partie fielen. Während Nicolay Hauge ein weiteres Jahr verlängerte, lehnte Sebastian Munzert das SCM-Vertragsangebot ab, wurde vor dem Spiel gemeinsam mit Alexander Auerbach verabschiedet. Wohin es den Kreisspieler zieht, ist jedoch noch unklar: "Schwerin hat mir noch keinen Vertrag angeboten, es gab nur erste Gespräche."

Dagegen bleibt Marc Oswald dem SCM ein weiters Jahr erhalten. Der Linkshänder: "Mein duales Studium in Frankfurt/Main hat sich zerschlagen. Ich bin froh, noch ein Jahr hierbleiben zu können."

Offen ist die Zukunft von Christoph Steinert, den es wohl nach Minden zieht. Teammanager Marc Schmedt gestern dazu: "Da ist nichts entschieden. Christoph hat einen laufenden Vertrag. Unabhängig davon suchen wir noch einen neuen Kreisspieler." Das Personalkarussell dreht sich wie in den Jahren zuvor noch kräftig weiter.

SC Magdeburg II: Schulz, Quenstedt – Steinert, Salzer 4, Coßbau 9/4, Meschke, Hauge 3, Oswald 3, Munzert 1, Auerbach 7, Thoke 5, Leskovec, Grohmann, Kupfer. Schiedsrichter: Kropp/Siebert (Osnabrück). Zuschauer: 400. Siebenmeter: SCM 7/4; VfL 9/6. Zeitstrafen: SCM 4; VfL 6.