Der SV Langenweddingen steht nach einem hart erkämpften 33:29-Auswärtserfolg bei TuS Radis im Halbfinale des HVSA-Pokals.

Langenweddingen l Wie im Vorfeld bereits prophezeit, wurde dem SVL in diesem Pokalviertelfinale so gut wie alles abverlangt. Doch was zählt, ist die Tatsache, dass die Deinert-Sieben dank des 33:29-Erfolges bei der Oberliga-Reserve des TuS Radis den Einzug ins Halbfinale perfekt machen konnte. Quasi mit allen Mitteln versuchte es der zwei Spielklassen unter dem SVL auflaufende Anhaltligist, welcher aber weitaus höherklassiges Niveau besitzt und mit Eugen Johannes zusätzlich Unterstützung aus ihrer Oberligavertretung bekam, die Überraschung perfekt zu machen.

So legten sie auch los. Johannes erzielte das 1:0, im Gegenzug glich Mario Seifert aus. Wieder war Johannes erfolgreich, doch postwendend gelang Christopher Ebert der Ausgleich. Aber das war es dann erst mal, was die Gäste an Zählbarem zu bieten hatten. Zwar lief der Ball recht gut durch die eigenen Reihen, doch reihenweise wurden nun klarste Abschlüsse liegen gelassen.

Im Gegenzug hatte Radis leichtes Spiel, immer wieder waren sie mit einfachen Rückraumtreffern erfolgreich, SVL-Schlussmann Matthias Krüger machte entnervt Platz für Michael Eisenkolb, doch so richtig fand auch dieser nicht in die Partie. Radis erhöhte sogar auf 8:3 und blieb weiter mit einfachen Treffern aus der zweiten Reihe erfolgreich. Neben Johannes waren auch die ehemaligen Wittenberger Engel und Zimmermann erfolgreich, beides Spieler, die auch zum Anschlusskader der Ersten gehören. Beim SVL sorgten David Stolze und Tim Heine dafür, dass man über 9:5 und 11:7 einigermaßen dran blieb.

Da mit Matthias Scheller und Matthias Schröder zwei wichtige Akteure im Angriff, aber vor allem als Alternativen im Deckungsverband fehlten, stellte SVL-Trainer Markus Deinert seine Abwehr nun offensiver ein und nahm Radis gefährlichsten Spieler Johannes, der alle seine sechs Treffer bis dahin erzielt hatte, mit einer Manndeckung aus dem Spiel. Zudem kam Stefan Schult auf das Spielfeld und irgendwie wirkte der Gast nun wachgerüttelt. Eisenkolb parierte mehrere Freie und der SVL verkürzte Tor um Tor. Stefan Schult und David Stolze, sowie Alexander Rohr schafften beim 11:11 den Ausgleich. Es lief weiter rund. Beim 12:13 ging der SVL erstmals in Führung, was dem Gastgeber absolut gar nicht gefiel. Sie wurden nun ruppiger, bestraft wurden sie jedoch nur selten. Bestes Beispiel, die schwere Verletzung von Alexander Rohr, der im Sprung heruntergerissen wurde, anstatt Strafwurf und Zeitstrafe, gab es Freiwurf und Gelb gegen die SVL-Bank. In dieser Szene, aber auch in vielen anderen, waren die beiden Unparteiischen aus Sicht der Langenweddinger einfach für dieses Pokalspiel überfordert.

Für Alexander Rohr war die Partie jedenfalls beendet. Radis nutzte diese Phase erneut zur eigenen 16:14-Führung, doch Deinert richtete sein Team mit einer Auszeit wieder auf, so dass man zur Pause noch zum 16:16 ausgleichen konnte. Auch nach dem Wechsel blieb es weiter eng, der SVL legte jeweils die Führung vor, Radis konnte ausgleichen. Erst beim 21:23 konnten die Gäste eine Zwei-Tore-Führung behaupten. Dann der nächste Schock, denn Kapitän Tim Heine wurde brutal zu Boden geschlagen, war minutenlang im Kampf mit der Luft.

Zu ihm gesellten sich Carlo Bzdok, der mit blutendem Gesicht ebenfalls behandelt werden musste, sowie Mario Seifert, der sich an der Wurfhand verletzte. Der SVL-Bank gingen nach und nach die Alternativen aus.

"Unser Ziel war das Halbfinale, das haben wir geschafft und nur das zählte bei diesen Bedingungen. Zum Glück sind alle mehr oder weniger wieder fit. Radis hat eine richtig gute Truppe zusammen und uns alles abverlangt. Es freut mich für die Jungs, dass sie den schwachen Start und alle weiteren Rückschläge wegstecken konnten bzw. sich nicht anstecken lassen haben. Der Sieg ist verdient, jetzt sind wir gespannt auf die Auslosung".

Markus DeinertTrainer des SV Langenweddingen

Doch wie sich Ricardo Schult und der eingewechselte Sebastian Schneider auch auf ungewohnten Positionen ins Spiel mit einbrachten, war sehr zufriedenstellend. Beide verdienten sich auch ein Lob im Abwehrverhalten. Nachdem Radis letztmalig zum 24:24 ausgleichen konnte, war man auf SVL-Seite nun noch wütender. Immer wieder suchte Stefan Schult die Lücken im Eins-gegen-Eins. Folgerichtig wurde auf Strafwurf und Zeitstrafe entschieden, was Radis natürlich nicht verstand. Doch auf Grund ihrer robusten Spielweise waren die Entscheidungen absolut nachvollziehbar.

David Stolze übernahm nun Verantwortung, traf wieder aus dem Rückraum und erhöhte mit Stefan Schult und Christian Stark auf 26:29. Hinten war auf den zurückgekehrten Matthias Krüger verlass, der wichtige Bälle parierte und den Vorsprung somit konstant hielt. Der SVL spielte die Zeit nun clever herunter und erneut waren David Stolze, Stefan Schult und Christopher Ebert erfolgreich, ehe Ricardo Schult der letzte Gästetreffer zum 28:33 gelang, bevor Radis dann kurz vor dem Ende den 29:33-Endstand erzielte.

SV Langenweddingen: M. Krüger, M. Eisenkolb - C. Bzdok, D. Stolze (15), C. Stark (1), R. Schult (2), S. Schneider, C. Ebert (4), M. Seifert (2), T. Heine (1), A. Rohr (1), S. Schult (7).