Die stattliche Kulisse von 450 Zuschauern und der großzügige Wettergott hätten mehr verdient, als dieses an Niveau verarmte Derby zwischen Germania Wulferstedt und dem SV Hötensleben, das zu Recht keinen Sieger fand und 1:1 endete.

Wulferstedt l Hötensleben stand dabei als Gast weniger in der Pflicht. Der personell wiedererstarkte SVH machte seine Sache gut, störte die Germanen an ganz empfindlichen Punkten. Wulferstedt verpasste es, sich entsprechend des Tabellenstandes gebührend zu präsentieren.

Bereits in der Germania-Kabine war Anspannung spürbar. Flatterig zeigte sich Wulferstedt auch nach Anpfiff des bedeutungsvollen Derbys, das mit gut 15-minütiger Verspätung aufgrund des großen Zuschauerandrangs begann.

Wirklich erwähnenswert waren hier nur der Beginn und das Ende der ersten Halbzeit. Als Wolter auf Jahn spielte und dieser den Ball über Koch hinweg heben wollte, musste sich der SVH-Keeper gewaltig strecken (4.). Damit hatte Wulferstedt bereits die beste Chance gebucht. Im Gegenzug musste Sievers vorpreschen und gegen den anlaufenden Winkler riskant klären (5.). Einen verunglückten Torschuss der Gäste verpasste Paul Künne am langen Pfosten nur knapp, ansonsten hätte es wohl 0:1 gestanden (10.). Folglich agierten beide Teams vornehmlich zwischen den Strafräumen. Echte Torgefahr kam selten auf. Auffällig war die selten schwache Abstimmung der Gastgeber. Sämtliche Freistöße verpufften, da sie überwiegend nur in den freien Raum gebracht wurden und dann ins Aus rollten, da sich kein Abnehmer fand.

Der gute, aber sehr kleinliche Schiedsrichter Bethke unterband dann zunehmend durch zahlreiche Unterbrechungen den Spielfluss. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann die zweite Wulferstedter Chance: Wolter brachte einen Freistoß hoch in den Strafraum, der Ball senkte sich genau vor Marcus Behrens, der aber zu überrascht war und das Leder völlig frei mit dem Schienbein auf Koch spielte (45+2.) Noch immer war nicht Schluss. Axel Wolter trat noch einen straffen Eckstoß, den sich Keeper Koch am kurzen Pfosten selbst in die Maschen abfälschte. Dieses Grottentor musste als Wulferstedter Führungstreffer herhalten.

Nach dem Wiederanpfiff hatte Hötensleben zunächst eine heikle Situation im eigenen Strafraum zu überstehen (48.). Wulferstedt ließ jetzt mehr Zug zum Tor erkennen, wollte das 2:0 nachlegen. Vieles blieb jedoch Krampf. Einige taktische Fouls auf beiden Seiten verhinderten immer wieder die absolute Torgefahr. Hötensleben löste die Doppelsechs auf, brachte Kremling und stellte auf zwei Stürmer um, ging jetzt alles oder nichts. Chancen für den SVH häuften sich. Glück für Germania, dass ein Pfosten-Kracher von Thielecke ins Feld zurücksprang (58.). Winkler hob den Ball dann freistehend mit der Innenseite über das Tor (60.). Einer von vielen Freistößen des SVH war dann drin: Winkler zielte aus 18 Metern ganz genau, zirkelte den Ball über die Mauer hinweg in den Torwinkel - sehenswert und unhaltbar (64.). Weitere echte Chancen gab es dann auf beiden Seiten nicht mehr zu notieren. Bis über die 95. Minute hinweg dominierten die Abwehrreihen. Nach Abpfiff des bis auf kleine Nicklichkeiten fairen Derbys herrschte Einigkeit über das für beide Seiten gerechte Ergebnis.

Germania Wulferstedt: Sievers - Dilge, Charwat, Behrens, Brunke, Buchholz, Schrader, Jahn (65. Jaffke), Stadler, Dreyer, Wolter (71. Burghardt).

SV Hötensleben: Koch - Doerge, Künne (56. Kremling), Grube, Winkler, Riedl, Thielecke, Rzehaczek (43. Ringling), Kittel, Böttcher (60. Neubauer), Peine.

Torfolge: 1:0 Wolter (45.), 1:1 Winkler (64.).

Schiedsrichter: Christopher Bethke, Stefan Dehmel, Detlef Mittelstädt; Zuschauer: 450.