Westerhausen l Es ist kaum nachzuvollziehen, aber dennoch Realität. Dieses Spiel war bereits nach zehn Minuten entschieden.

Westerhausens Torjäger Reitzig in der zweiten und zehnten Minute sowie Angreifer Kittke nutzten in der Anfangsphase das völlig desolate Verhalten des Abwehrverbundes der Gäste aus, um eindeutig in Führung zu gehen. Die schnellen und robusten Angreifer der Platzherren stellten in der Anfangsviertelstunde mit ihren Positionswechseln im Spiel nach vorn die Gästeabwehr vor große Probleme. Es fehlte bei der SVH-Abwehr nicht nur die entsprechende Konsequenz im Abwehrverhalten, auch mangelhafte Abstimmung und die fehlende Zuordnung zu den Gegenspielern, luden die Hausherren förmlich zum Toreschießen ein. Überraschender Weise übernahmen ab der 15. Minute die Gäste die Initiative und setzten den Tabellenführer unter Druck. Mit schönen Spielzügen wurden zwischen der 22. und 45. Minute allein fünf hochkarätige Torchancen herausgespielt, die zu mindestens drei Treffern hätten führen müssen. Kremling hatte in der 22. Minute wohl die größte, als er einen Meter vor dem schon am Boden liegenden Torwart den Ball nicht über die Linie brachte. Aber auch Riedl, Deicke, Kittel und Winkler gelang es nicht, den Torhüter in aussichtsreichen Positionen zu überwinden.

Daher ist die Kritik am Mittelfeld und Angriff genauso berechtigt. Den Hausherren reichte in dieser Phase ein gefährlicher Angriff, um die Schwächen im Abwehrschwächen des SVH auszunutzen und durch Michaelis das Ergebnis auf 4:0 auszubauen.

Nach dem Seitenwechsel glaubten die mitgereisten Fans des SVH, dass ihre Mannschaft an die gute Phase der ersten Halbzeit anknüpfen würde, um ein besseres Ergebnis zu erreichen.

Doch leider konnte die Mannschaft dies nicht umsetzen. Westerhausen wirkte entschlossener und setzte mehr Akzente. In der 79. Minute kam Reitzig nach einem Eckball völlig ungedeckt zum Kopfball und verwandelte sicher. Auch die beiden letzten Tore in der 82. und 86. Minute durch Reitzig und Meyer entsprangen katastrophalen Abwehrfehlern.

Mit dieser deprimierenden Niederlage, die in der Höhe nicht notwendig war, hat die Mannschaft ihre mitgereisten treuen Anhänger sehr enttäuscht.

SV Hötensleben: Koch - Doerge, Künne, Kremling (65. Böttcher), Grube, Deicke, Winkler, Riedl, Thielecke (52. Gumprecht), Kittel, Ch. Rzehaczek.

SR: Erhardt (Wernigerode) - Sechtig, Zander.

Z: 125.

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Riedl (SV Hötensleben, 90., grobe Unsportlichkeit).