Wulferstedt (sgr) l Die Gäste aus Schlanstedt können sicher mit dem Unentschieden noch besser leben als die Wulferstedter. Sie traten beruhigt die kurze Heimreise an. Nach dem Abpfiff arrangierte sich auch Wulferstedts Trainer Marco Wagner mit dem Punkt: "Wir haben Stand heute sagenhafte 41 Punkte und dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen, was wir letzte Saison durchgemacht haben. Mit dem Unentschieden gegen Schlanstedt müssen wir auch mal zufrieden sein und sollten nicht größenwahnsinnig werden."

Trotzdem hatte seine Mannschaft nach der 1:0-Führung (50.) viele Chancen vergeben und es verpasst, den Sack zuzumachen. Mit der einzig echten Möglichkeit in der zweiten Halbzeit nagelte der gefährlichste Schlanstedter an diesem Tag, Florian Trabandt, dann noch den Ausgleich rein (78.).

Beide Seiten hatten Ausfälle zu beklagen. Bei den Gästen waren das vor allem der vielseitige Christopher Stickel und Torgarant Stefan Krull. Germania musste an vorderster Front Sebastian Stadler, der gern gegen Schlanstedt trifft, und Ralf Jaffke ersetzen. Im Tor vertrat Philipp Beisch Sebastian Sievers gewohnt souverän.

Hier liegt der feine Unterschied bei Wulferstedt: Die Mannschaft kann mittlerweile diese Ausfälle stark kompensieren und den Gegner offensiv mächtig beschäftigen, wie die Umstellungen von Trainer Marco Wagner zeigten. Die ersten 20 Minuten gehörten den zunächst gefährlicheren Gästen, die in der zwölften Minute ein Abseitstor erzielten. Nach ersten Wulferstedter Fernschüssen kam dann Robert Dreyer Gäste-Keeper Martin Engelmann in der 23. Minute das erste Mal gefährlich nahe. Wenig später hatte Dreyer einen "Riesen" auf dem Fuß, als er den einrollenden Ball rechtzeitig direkt vor Engelmann erreichte, den Keeper aber anschoss. Der Ball war noch frei, aber auch zwei Nachsetzer von Wolter blieben erfolglos (26.).

Für die 285 Zuschauer wurde es erst nach Wiederanpfiff interessant, denn das Derby lebte jetzt richtig auf. Wulferstedt erspielte sich eine Reihe von Chancen und setze Schlanstedt mächtig unter Druck. Philipp Charwat wurde schön von Wolter geschickt. Charwat glänzte diesmal als Torvorbereiter. Er blieb in Ballbesitz und legte auf Dreyer hinüber, der den Ball trocken und unhaltbar ins lange Eck schoss (50.). Folglich wirkte Schlanstedt überfordert. Chancen erspielte sich allein Wulferstedt. Jahn scheiterte frei aus spitzer Position an Engelmann (63.), Charwat verzog am langen Pfosten (67.), Reimann stellte mit einem Freistoß-Hammer Engelmann auf die Probe (71.), eine Kopfball-Verlängerung von Buchholz setzte knapp neben dem Tor auf (71.) und der Ball rollte gefährlich durch den Gäste-Strafraum, ohne einen Vollstrecker zu finden (76.). Ein unnötiger Ballverlust durch einen Freistoß aus der Schlanstedter Hälfte - ein Gästespieler wurde gehalten - führte zum Ausgleich. Trabandt lief auf Beisch zu und vollstreckte mit sattem Flachschuss (78.).

Bis zum Abpfiff des fairen Derbys versuchte Wulferstedt alles, doch ein Behrens-Kopfball klatschte an den Pfosten (81.) und Brunke schoss aus 16 Metern vorbei (88.).

Germania Wulferstedt: Beisch - Behrens, Brunke, Dilge, Buchholz, Reimann, Schrader, Charwat (67. Burghardt), Dreyer, Jahn, Wolter.

Olympia Schlanstedt: Engelmann - Erdmann, Biedermann, Romankewitz (77. Dalibor), Ahrens, Trabandt, S. Stosch, Lansmann, Schrader (89. Kosinski), Hlady, Stoffregen (68. Meyer).

Torfolge: 1:0 Dreyer (50.), 1:1 Trabandt (78.).

Schiedsrichter: Steffen Ehrhardt, Robert Pankow, Alexander Schulz. Zuschauer: 285.