Nach einer vergebenen Großchance hat der Oscherslebener SC II in Atzendorf erst die Kon-trolle über das Spiel der Fußball-Landesklasse, Staffel 3, verloren - und dann auch noch unverdient hoch 0:4.

Oschersleben l Wie grausam Fußball mitunter sein kann, musste die OSC-Reserve am Sonnabend bei der Partie in Atzendorf erleben. Hochmotiviert ging man in die Partie und war von Beginn an die überlegene Mannschaft. Das blieb bis zur 52. Spielminute so und dann ....

Eben in dieser 52. Minute hätte man sich für die bis dahin tolle Mannschaftsleistung belohnen müssen. Matthias Heitmann war freigespielt, lief allein aufs Tor, wollte den Ball am Torhüter vorbei legen und scheiterte an seinen Nerven. Der Ball ging am Tor vorbei und vorbei war auch das überlegene und ambitionierte Spiel des OSC. Als hätte die vergebene Chance einen kollektiven Schock verursacht, ließ Oschersleben nun eine bis dahin fast nicht vorhandene Spielfreude der Gastgeber zu. Und es kam dann, was in solchen Situationen immer wieder passiert. Der Gastgeber ging nach einem Eckball durch Voigtländers Kopfball von der Strafraumgrenze mit 1:0 in Führung. In einem hohen Bogen senkte sich der Ball ins lange Eck (57.). Nicht das sAtzendorf jetzt einen tollen Fußball zeigte, nein, ganz und gar nicht. Aber beim OSC lähmte der Kopf zunehmend die Beine. Man versuchte Alles, war weiterhin engagiert, aber es wollte Nichts gelingen. In der 72. Minute erhöhte der Gastgeber durch Spangenberg nach einem Abwehrfehler auf 2:0. Damit war das Spiel entschieden. Die Tore zum 3:0 (Linsdorf/81.) und 4:0 (Gehrke/82.) waren da nur noch das Ergebnis der gebrochenen Moral und des Unverständnisses, wie man ein überlegen geführtes Match so aus der Hand geben kann.

Trainer Michael Franke: "Das tut verdammt weh. Schon in der Vorwoche gegen Veckenstedt waren wir die bessere Mannschaft und gewinnen das Spiel nicht, weil wir eine 100-prozentige Chance nicht nutzen. Heute wieder so ein Ding. Die Jungs haben 55Minuten lang guten Fußball gezeigt, waren überlegen und haben nachgewiesen, dass wir uns noch nicht aufgegeben haben. Es verbleiben noch fünf Spiele und damit 15 zu vergebene Punkte. Wenn das Team weiterhin so beherzt spielt, wie hier in den ersten 55 Minuten, werden wir auch noch unsere Punkte holen. Ob das am Ende für den Klassenerhalt reicht, wird sich zeigen. Solange wir rechnerisch die Chance haben, werden wir kämpfen."

Einer Besonderheit gebührt Erwähnung. Nachdem sich Schiedsrichter Eckhard Skorsetz in der 24. Minute eine Zerrung zuzog und nicht weiter als Spielleiter fungieren konnte, wurde er von seinem Assistenten Norman Träger ersetzt. Dieser leitete seine erste Begegnung auf Landesebene und machte seine Sache ordentlich.

Oscherslebener SC II: Hinze - Kunkel, Dolle, Hübner, Winterberg (73. Muhl), Klare, Heitmann (84. Paulinski), Breier, Timpe, Bunke, Juderjahn (84. Kraetzig)

Torfolge: 1:0 Voigländer (57.), 2:0 Spangenberg (72.), 3:0 Linsdorf (81.), 4:0 Gehrke (82.)

Schiedsrichter: Eckhard Skorsetz - Norman Träger/Mathias Leidel. Zuschauer: 40