Bei der Hauptausschusssitzung des Kreissportbundes Börde am Mittwochabend unterrichtete das Präsidium die zahlreich erschienenen Vertretern der Verbände und Vereine über die Arbeit des KSB in den zurückliegenden Jahren und gab einen Ausblick in die Zukunft.

Haldensleben l Weniger Mitarbeiter haben mit gekürzten Mitteln mehr Arbeit zu leisten - und machen ihren Job trotzdem sehr gut. So könnte man den Bericht des KSB zusammenfassen.

Präsident Ralf Geisthardt beklagte nicht umsonst schon zu Beginn seiner Rede: "Der bürokratische Aufwand, der in der letzten beiden Jahren durch das Ministerium des Innern sichtlich abgebaut wurde, scheint jetzt durch den LSB ein Stückchen weit wieder aufgebaut zu werden." In den nächsten Wochen wird ein Teil der Vereinsakten digitalisiert. Dafür kann der KSB insgesamt 400 Euro erhalten, aber nur, wenn fremde Hilfe benötigt wird. Der Zuschuss ist schriftlich zu beantragen und der Nachweis "eines für diese zweckgebundenen Arbeiten im Bezuschussungszeitraum abgeschlossenen Vertrages (Digitalisierung der Vereinsakten - Lizenzen, Übungsleiterverträge, Freistellungsbescheide)" zu führen. "Ihr merkt, was ich mit bürokratischem Aufwand meine", so der KSB-Präsident.

Die Beantragung und Abrechnung der Pauschalförderung im IVY ist vereinfacht worden. Das ist positiv. Aufgrund der in den ersten Jahren gemachten schlechten Erfahrungen haben nicht einmal 80 Prozent der Vereine die Pauschalförderung beantragt. Sehr kritisch ist die Kürzung der Mittel aus dem Topf von Lotto Toto zu sehen. Die Kürzungen betragen fast 2/3 der ursprünglichen Summe.

Mit dem Landkreis Börde gibt es glücklicher Weise einen zuverlässigen Partner. Gemeinsam wird an der Modifizierung der Sportförderrichtlinie gearbeitet. Ziel ist es, das Geld gezielter einzusetzen. Erst durch diese Sportförderung ist es möglich, verschiedene Bereiche des Sports sehr direkt und unbürokratisch zu fördern. Geisthardt: "Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich beim Landrat, bei den Abgeordneten des Kreistages und der Verwaltung!"

Entwicklung des KSB seit der Fusion 2007

Die statistische Entwicklung des KSB Börde ist nach dem Austritt der Angelvereine in den Jahren 2009 und 2010 wieder positiv. Neben den drei Stadtsportbünden ist der KSB Börde der einzige mit einem Mitgliederzuwachs (155). 2012 waren es 631 neue Mitglieder im KSB Börde. Leider ist dies 2013 nicht ganz gelungen. Der KSB hat jetzt 27.820 Mitglieder und nach dem KSB Altmark West den zweithöchsten Organisations-Grad (15,3%) im Land.

In den vergangenen sieben Jahren wurden 36 Vereine neu aufgenommen, 34 gingen verloren, nun sind es 276. Die Anzahl der Abteilungen ist von 571 auf 592 gewachsen. Allerdings gibt es im Vergleich zum Vorjahr ein Defizit von fast 30 Abteilungen. Aufgrund der Neuzuordnung der Mitglieder in den allgemeinen Sportgruppen in die Verbandszugehörigkeit, sind diese Zahlen aber mit Vorsicht zu genießen.

Die Mitgliederzahl schrumpfte von 30775 um 2955 auf 27820, wobei vor allem der Austritt der 2555 Angler schmerzt. Von den 27820 Mitgliedern sind 10383 Frauen. Das sind 37,32 % - eine Steigerung gegenüber den Vorjahren. Der Gesamtdurchschnitt in Sachsen-Anhalt entspricht allerdings 39,40 %. Mit den Frauensportaktionstagen und der Veranstaltungsreihe "Frauen fit fürs Ehrenamt" wurde ein Zeichen gesetzt. Das hat auch der Landessportbund erkannt und diese Maßnahmen unterstützt. Trotz großer Bemühungen im Bereich Aus- und Weiterbildung verringerte sich die Zahl der Übungsleiter mit gültiger Lizenz von 958 um 279 auf 679. 2013 war wieder ein besseres Jahr. 53 neue, lizenzierte Übungsleiter sind zu verzeichnen. Nach sechs Jahren Verlust ist nun das erste Jahr mit einem Zuwachs zu registrieren! Von den 276 Vereinen hat nur in 36 eine Frau den Vorsitz. Bei den Übungsleitern sieht das Verhältnis mit 226 Frauen (33,28 %) wesentlich günstiger aus. Geisthardt: "Liebe Sportfreunde motiviert eure Frauen, denn sehr viele sind sicher in der Lage, das Amt der Vorsitzenden hervorragend auszuüben."

Weitere geplante Arbeit 2014/2015:

Es wird auch in diesem Jahr die Ehrung der Sportler des Jahres geben, allerdings in leicht veränderter Form (Bericht folgt). Wie im Vorjahr, werden die Veteranenveranstaltungen fortgesetzt. In 23 Sportarten werden 2014 die Kinder- und Jugendspiele organisiert. An 35 Wettkampftagen finden diese Wettkämpfe statt. Die Zentralveranstaltung wird am Sonnabend, 5. Juli 2014 im Haldensleber SWH Waldstadion stattfinden.

Der im Januar 2012 durchgeführte Einschnitt im Bereich der Arbeitsförderung hat sich fortgesetzt. Dem KSB sind ab Mitte des Jahres aber 30 Stellen über das Projekt "Aktiv zur Rente PLUS" aus dem Europäischen Sozialfonds zugesichert worden. Schwerpunkt ist der Bereich Oschersleben, da hier die Arbeitslosenzahlen am höchsten sind.

Die personellen Einschnitte zwingen den KSB, einen Teil der Veranstaltungen zu reduzieren oder gänzlich abzusagen. Die Ferienfreizeit mit mehr als 100 Kindern am Jersleber See zählt dazu ebenso, wie die Maßnahmen des ALSO Projektes. Hier jedoch gibt es punktuell finanzielle Hilfe vom Ministerium des Innern mit geringfügigen Mitteln der Flick-Stiftung. Die helfen auch, den Präventionstag "Sport gegen Gewalt und Drogen" in diesem Jahr (17. September) durchzuführen.

Die Finanzen

Die Liquidität des KSB Börde war 2013 durchgehend gesichert und alle Zahlungsverpflichtungen wurden vollständig und termingerecht erfüllt. Insgesamt wurde ein Abschlussergebnis der Konten KSB, SJ und ABM von 179.485,40 Euro erreicht. Nachdem der LSB vom Innenministerium seine Finanzhoheit zurückerhalten hat, ist einiges wieder einfacher geworden. Der KSB ist nicht mehr an den seitenweisen Haushaltsplan gebunden.

Über das Land erhielt der KSB 93.973,00 Euro für Lohnkosten und die Geschäftsstelle. 78.900,00 Euro wurden über den Landkreis bereitgestellt für Bewirtschaftungskosten, Kreissportlehrer, Kinder- und Jugendspiele und zur Unterstützung der Arbeit der Landesleistungsstützpunkte. Aus Zuschüssen und Spenden wurden 32.659,00 Euro eingenommen, davon den größten Teil von der Kreissparkasse und von der Volksbank. Die Summe der Volksbank war für die Ehrung der Sportler einzusetzen. Der Anteil für Projekte betrug 5.428,00 Euro. Die Einnahmen für Beiträge/Versicherung und Umlage brachten 220.953,19, wovon 176.170,64 Euro an den LSB abgeführt wurden. Der Rest ist die Umlage.

Bei den Ausgaben sind als größte Posten der Geschäftsbedarf mit 16.487,73 Euro, die Bewirtschaftung Räume und Grundstück mit 6.347,89 Euro, Fahrtkosten Hauptamt 6.943,94 Euro und die Projektausgaben mit 27.366,01 Euro zu nennen.

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