Landkreis l Post erhielt die Volksstimme-Redaktion kürzlich von unserem Leser Holger Lüthge aus Siestedt. Unter der Überschrift "Korruption schon in der D-Jugend Kreisklasse?" hinterfragt er die Umstände, die zur Meisterschaft des Haldensleber SC (U12) führten. Das Endrundenturnier wurde am 14. Juni in Wormsdorf ausgetragen.

Im Brief heißt es unter anderem: "Es kann doch nicht angehen, dass vom ersten bis zum letzten Turnierspiel immer derselbe Schiedsrichter pfeift und dadurch für den HSC immer spezifische Ergebnisse erzielt werden. Der Turnierverantwortliche wurde darauf hingewiesen, dass der Haldensleber SC mit mehr als den erlaubten Landesligaspielern antrat. Daraufhin wurde dem Trainer, der darauf aufmerksam machte, gesagt, dass der Einspruch überhaupt keine Erfolgsaussichten hätte ... Wäre alles mit rechten Dingen zugegangen und der Haldensleber SC mit der Kreisklassemannschaft (U12) angetreten, wären sie nie Kreismeister geworden ... Die Verantwortlichen des Fußballbundes sollten mal darüber nachdenken, um etwas Gerechtigkeit in die kleinen Ligen hereinzubringen, dieses Turnier neu anzusetzen und den Haldensleber SC auszuschließen, oder wenn der HSC antreten sollte, für unparteiische Schiedsrichter und vernünftige Überprüfungen der Spielerpässe zu sorgen. Denn durch die normalen Ligaspiele ist ja nachzuweisen, wer in der U12 spielt und wer nicht ..."

"HSC wäre nie Kreismeister geworden"

Die Volksstimme befragte zu den Vorwürfen Haldenslebens Nachwuchsfußball-Leiter Gunnar Schütze, der sich wie folgt äußerte: "Ich war bei dem Turnier anwesend und kann bestätigen, es sind zwei Stammspieler aus der Landesliga eingesetzt worden - was erlaubt ist. Wir wurden auch angesprochen, warum wir zu diesem Turnier mit 16 Spielern anreisen. Aber soll ich einem Kind, dass in dieser Mannschaft schon gespielt hat, verwehren bei der Endrunde mitzumachen? Soll ich sagen, dass sie zuhause bleiben müssen? Wir haben uns im rechtlichen Rahmen bewegt.

Spielmodus als Problem

Das Problem ist, dass die Entscheidung an einem Tag fällt. Wir haben uns damals dagegen ausgesprochen, denn bei so einem Turnier entscheidet die Tagesform. Natürlich hat Oebisfelde eine super Serie gespielt, aber an diesem Tag waren wir einfach am besten. Andere Vereine hat es auch getroffen, so fehlten bei Angern und Wanzleben wichtige Spieler. Zu den Schiedsrichtern kann ich nichts sagen, die werden nicht von uns angesetzt, sondern vom Verband."

Auch Elko Duckstein, Pressesprecher des Kreisfachverbandes Fußball, kann die Kritik nicht verstehen: "Bei der angesprochenen Meisterrunde in Wormsdorf war ich unter anderem in der Turnierleitung tätig und möchte etliches klarstellen. Vorweg ist zu sagen, dass beim Turnier der Haldensleber SC U12, die zweite Mannschaft, antrat. Die erste Mannschaft des HSC ist die U13.

Es ist richtig, dass der Oebisfelder Trainer die Turnierleitung darauf hinwies, dass der HSC womöglich mehr Spieler als erlaubt von der ersten Mannschaft einsetzt. Die Turnierleitung hatte zu diesem Zeitpunkt selbst schon Recherchen unternommen, um zu festzustellen, ob alle Spieler spielberechtigt sind.

"Jeder andere Verein hätte das auch getan"

Zwei Stammspieler dürfen laut § 7.4 der Jugendordnung des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt in der Zweiten eingesetzt werden. Stammspieler sind Spieler, die im bisherigen Saisonverlauf mindestens 50% aller Pflichtspiele in der ersten Mannschaft absolviert haben. Von dieser Möglichkeit machte der HSC Gebrauch. Ich denke, jeder andere Verein hätte das auch getan. Ein dritter Spieler, der auch schon einige Spiele in der Ersten absolviert hatte, erreichte die 50% - wenn auch knapp - nicht.

Falsch ist auch die Behauptung, dass die Turnierleitung gesagt haben soll, dass ein Einspruch überhaupt keine Erfolgsaussichten hätte. Sie teilte den Oebisfelder Trainern mit, dass sie nach ihrem Spiel gegen den HSC Protest einlegen können. Das haben sie aber nicht in Anspruch genommen. Warum eigentlich nicht, wenn sie sich sicher waren, dass der HSC zu unrecht Spieler einsetzte? Stattdessen wurden andere Mannschaften per Briefpost während des Turniers darauf hingewiesen, dass der HSC betrügen würde. Ist das eine faire Art, miteinander umzugehen?

Zum Thema Spielerpasskontrolle: Auf jeder Jugendleitertagung wird darauf hingewiesen, dass jeder Verein das Recht hat, die Pässe des Gegners mit Gegenüberstellung zu kontrollieren. Das ist nicht die Aufgabe des Kreisfachverbandes Fußball Börde."