Der SV Langenweddingen hat in der zweiten Halbzeit einen großen Rückstand noch gedreht und in Wolfen einen Sieg gefeiert. Bei der Wende überzeugte vor allem Routinier Matthias Scheller.

Langenweddingen (red) l Mit einem schwer erkämpften 28:24-Auswärtserfolg kehrten die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer vom Auftritt bei der HSG Wolfen 2000 zurück und gaben somit die richtige Antwort auf die Niederlage in der Vorwoche in Calbe.

Angereist mit dem allerletzten Aufgebot, gerade einmal acht Feldspieler und zwei Torhüter standen zur Verfügung, standen die Vorzeichen für den SVL eher schlecht. Es war daher nicht verwunderlich, dass der Spielbeginn ein wenig verschlafen wurde. Zwar gelang nach dem 1:0-Rückstand postwendend das 1:2, doch das war es dann vorerst. Wolfen übernahm das Geschehen und spielte seine Angriffe clever aus. Immer wieder fanden sie die Lücke über den Kreis oder waren mit einfachen Schlagwürfen erfolgreich. Da die Gäste selbst zwei Strafwürfe vergaben, stand ein 6:2 auf der Anzeigetafel. Dieser Vorsprung blieb vorerst konstant, da der SVL seine Deckung nicht dicht bekam.

Dazu gab es gleich mehrere Unterzahlsituationen, die den Rückstand aber nicht weiter vergrößerten. Matthias Knorr verkürzte zum 7:4 und Falk Hohmann auf 8:5, ehe Wolfen auf 10:5 davonzog. Beim 13:7 stand die Halle Kopf, mit diesem Vorsprung hatte wohl niemand gerechnet. Der SVL gab sich aber noch nicht auf: Matthias Knorr und Sebastian Schneider schafften das 13:9. Die nun aufkommende Hoffnung wurde allerdings durch viele Fehler wieder zerstört. Eigene Angriffe wurden weiter zu überhastet oder zu unkonzentriert abgeschlossen und Wolfen konterte. Demzufolge lag Langenweddingen zur Pause bereits mit 15:10 zurück.

Die Pausenansprache zeigte ihre Wirkung, der SVL präsentierte sich fortan von seiner besseren Seite. Wolfen traf zwar zum 16:11 und 17:14, doch es waren noch keine zehn Minuten im zweiten Durchgang absolviert, da lagen die Gäste mit 17:18 in Front. Was im ersten Teil des Spiels schief lief, gelang im zweiten umso besser. Angefangen bei der Abwehrarbeit, der SVL packte konzentrierter zu und verteidigte auf hohem Niveau. Einen Ball nach dem anderen fing die Abwehr ab und Michael Eisenkolb war der erhoffte Rückhalt im Tor der Sülzetaler.

Im Angriff war es Matthias Scheller, der mit seiner Erfahrung Verantwortung übernahm. Zuerst verwandelte er einen Strafwurf und danach nutzte er seine Freiheiten im Rückraum. Viermal in Folge stieg Scheller hoch, viermal krachte es im Wolfener Tor, ehe er kurzzeitig verletzt vom Spielfeld lief. Da nun aber auch Tim Heine seine Pausen im Angriff brauchte, kam die Zeit von Stefan Schult. In vielen 1-gegen-1-Situationen war er erfolgreich, immer wieder ging er ins Zentrum und verwandelte außerdem zwei wichtige Siebenmeter.

Von seinem Spiel profitierten auch seine Nebenleute, Sebastian Schneider steigerte sich und Matthias Knorr war mit acht Treffern erfolgreichster Schütze und machte damit die Ausfälle auf seiner Postion vergessen. Über 18:23 und 21:26 sorgte der SVL für eine Vorentscheidung. Wolfen fand kein Mittel mehr gegen die Gäste, zu stark arbeitete die Langenweddinger Abwehr. Aufgrund einer starken Leistung des gesamten Teams im zweiten Durchgang, feierte der SV Langenweddingen mit dem 24:28 am Ende die nächsten Pluspunkte. Damit rücken die Sülzetaler in der Tabelle auf Platz vier vor.

SV Langenweddingen: Eisenkolb, Pfahl - Schneider (3 Tore), Scheller (5), Knorr (8), Hohmann (1), Deutscher (2), Heine (1), Rohr (1), Schult (7).