Wulferstedt l Germania Wulferstedt erobert endlich den Wolfsberg. Nach jahrelang frustrierenden Niederlagen auf dem Westerhäuser Hügel kam die Wende umso heftiger. Mit 6:1 fegten die vom ehrgeizigen Trainer Marco Wagner zur Höchstform gepushten Germania-Jungs den Vize-Meister der letzten Saison aus dem eigenen Stadion.

Viel gab es gegen den SVW nie zu holen. Der letzte Punktgewinn, ein 2:2 zu Hause - beide Treffer Torsten Herbst, reicht bis 2010/11 zurück. Wulferstedt wusste: Will man Westerhausen endlich wehtun, dann ist die Zeit genau richtig.

Sofort ein Aufbegehren der hochmotivierten Gäste: Teamgeist einer ganzen Truppe gegen starke Individualisten wie Reitzig, Kittke und Fricke mit Problemen im Mannschaftsspiel. Germania kombinierte stark, gab ein hohes Tempo vor, drängte Westerhausen sofort in die Konterrolle.

Als der Gastgeber zu weit aufrückte, wurde Wolter mit langem Ball geschickt. Allein im Eins-gegen-Eins mit Keeper Elsner täuschte er an, doch Elsner roch den Braten und parierte den Schuss auf die kurze Ecke (17.). Das permanente Flügelspiel der Gäste setzte Westerhausen zu. Bälle kamen von rechts und links, etliche Chancen boten sich. Dann hatte Schiedsrichter Reddig noch nicht den Mut, Strafstoß zu pfeifen. Robert Dreyer wurde massiv von hinten umgerissen (23.). Westerhausens Werner fair nach Abpfiff: "Den musste er geben!"

Philipp Jekal köpfte endlich nach Eckstoß zum fälligen 1:0 ein (29.). Für Westerhausen zog Blum ab, doch Klosa fälschte ans Außennetz ab (33.). Dann war Fricke am Sechzehner nicht zu stellen: Sein Schuss aus 17 Metern zog vorbei (35.).

Ab Minute 40 geht es mit Zehn gegen Zehn weiter

Friedrich Reitzig war gut bewacht und kam höchstens ansatzweise zur Geltung. Philipp Jekal musste mit Rot vom Platz: Nach einem Zweikampf verlor er die Nerven, lies sich zu einer Tätlichkeit hinreißen. Westerhausens Sören Maulhardt folgte ihm mit Gelb-Rot (38.). Der ursprünglich Unbeteiligte, aber Vorbelastete hatte Jekal nach dessen Aktion gestoßen.

Auf diese knappe Führung im verwunschenen Land verwettete noch kein Wulferstedter sein Haus. Der quirlige Wolter wurde aber im Strafraum gehalten. Jetzt pfiff Reddig sofort. Jahn verwandelte nervenstark (2:0, 54.). Dann war die linke Seite für Jahn frei. Er lief bis zur Grundlinie durch und schoss zwischen Keeper und Pfosten ein - Kunstschuss zum 3:0 und Riesenjubel im Gästeblock (57.).

Ehrentreffer beflügelt Gastgeber kurzzeitig

Westerhausen versuchte zu retten, was zu retten war. Steffen Kittke scheiterte noch an Beisch, doch im zweiten Versuch traf Fricke zum 1:3 (67.). Westerhausen war kurz beflügelt. Zwei Abwehrspieler des SVW verteidigten einen springenden Ball auf einer Linie, sahen nur Dreyer neben sich. Von hinten brach aber Reimann zwischen dem Duo durch, nahm den Ball mit und überlupfte Elsner bilderbuchmäßig zum 4:1 (77.). Wieder wurde Wolter umgerissen, wieder Strafstoß. Wolter schoss selbst (5:1, 79.).

Den Deckel machte schließlich Zabel drauf: Einen Freistoß aus 18 Metern schob er locker an der falsch stehenden Mauer in die freie Ecke. Elsner sah den Ball überhaupt nicht (90.). Westerhausen gratulierte dem verdienten Sieger nach Abpfiff fair.

Germania Wulferstedt: Beisch - Behrens, Brunke, Schrader, Dilge, Charwat, Klosa (62. Zabel), Dreyer, Jahn (73. Reimann), Jekal, Wolter (84. Grzenda).

Torfolge: 0:1 Jekal (28.), 0:2 Jahn (FE., 54.), 0:3 Jahn (57.), 1:3 Fricke (67.), 1:4 Reimann (77.), 1:5 Wolter (FE.,79.), 1:6 Zabel (90.).

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Philipp Jekal (Wulferstedt), Gelb-Rot für Sören Maulhardt (Westerhausen, jeweils 39.).

Schiedsrichter: Manuel Reddig / Alexander Schulz, Daniel Schüler.

Zuschauer: 153.