Nach einem Pausen-Rückstand hat sich der SV Langenweddingen noch einen klaren Sieg vor heimischem Publikum erkämpft und Wiedergutmachung für die Vorwochenpleite betrieben.

Langenweddingen l Aus den unterschiedlichsten Gründen fehlte bei den Sülzetalern am Sonnabend praktisch die halbe Mannschaft. Die Frage vor der Partie lautete deshalb: Wie soll das kompensiert werden?

Nach anfänglichen Abstimmungsproblemen wirkten die Langenweddinger denn auch verunsichert. Fehlabspiele, Konterangriffe ins Seitenaus und ähnliches sorgten dafür, dass die Gäste nach dem 2:1 das Zepter in die Hand nahmen. Der DRHV spielte seine Angriffe clever herunter, meist bis zum Zeitspiel, war aber erfolgreich. Der unkonzentrierte Gastgeber fand kein richtiges Mittel gegen die aufmerksame Deckung der Dessauer, die schließlich mit 3:7 führten.

Langsam erwachten auch die Hausherren. Die Abwehr war nun bissiger und Michael Eisenkolb steigerte sich. In einer ganz starken Phase konterte der SVL zum 5:7 und ging dank des nun druckvolleren Angriffspiels beim 8:7 wieder in Führung. Beide Teams begegneten sich nun auf Augenhöhe. Mit einem knappen 13:14 ging es in die Pause.

Dies schmeckte dem Gastgeber natürlich gar nicht. Zwar gelang den Auswärtigen der bessere Start (13:15), doch der SVL hatte in Hälfte zwei eine ganz andere Körpersprache. Der Rückstand wurde wieder gedreht und beim 16:15 lag der SVL in Front. Bis zum 18:18 blieb es eng, dann zogen die Hausherren an. Beim 21:18 setzten sie sich auf drei Treffer ab und behaupteten diese Führung bis zum 24:20. Dabei hätten die Sülzetaler von Undiszipliniertheiten des Gegners, der sich auf diese Weise selbst schwächte, noch mehr profitieren können. Doch mehrere Überzahlsituationen - selbst in doppelte - blieben ungenutzt. Ein Strafwurf und drei Konter wurden kläglich liegen gelassen.

Glücklicher Weise war dies nur eine kurze Schwächephase. Mit aggressiver Abwehrarbeit gelangte der SVL schließlich doch auf die Siegerstraße. Beim 27:21 schien das Spiel gelaufen. Der angeschlagene Matthias Scheller konnte endlich geschont werden, dafür feierten Florian Kuhle und Youngster Marc Elschner ihr Debüt im Dress der ersten Mannschaft. Beide trugen sich in die Torschützenliste ein. Das sorgte für Jubel auf den Rängen.

Auch Mathias Knorr und Jörg Friedrich wussten nach zwischenzeitlichen Problemen auf ihrer rechten Seite zu überzeugen. Knorr erzielte fünf Treffer, Friedrich kam auf sechs. Auf der anderen Seite nutzte Tobias Deutscher seine Freiräume, auch er war nach anfänglichen Problemen viermal erfolgreich.

Der SVL zog auf 30:22 davon und Dessau hatte nichts mehr entgegenzusetzen. Der ins Tor zurückgewechselte Mark Illig zeichnete sich mit einigen Paraden aus und trieb seine Vorderleute immer wieder nach vorn. Beim 35:25 gelang erstmals eine Zehn-Tore-Führung. Großen Anteil daran hatte Stefan Schult - mit elf Treffern war er der überragende Mann auf dem Feld.

Mit dem 35:27 ertönte der Schlusspfiff. Obwohl die Ausfälle mit Kampfgeist kompensiert wurden, wäre man auf SVL-Seite froh, wenn so langsam der ein oder andere Verletzte zurückkommen würde.

SV Langenweddingen: M. Illig, M. Eisenkolb - C. Stark (1 Tor), F. Kuhle (1), M. Elschner (1), M. Scheller (5), M. Knorr (5), J. Friedrich (6), T. Deutscher (4), T. Heine (1), S. Schult (11).