Wulferstedt fehlte eine Minute zum Sieg über starke Gäste aus Staßfurt. In der dritten Minute der Nachspielzeit wurde dem SV 09 aber noch ein berechtigter Handelfmeter zugesprochen, den Felix Jesse zum alles in allem nicht unverdienten 1:1 verwandelte. So blieb auch die weite Anfahrt für Staßfurt nicht unbelohnt.

Wulferstedt l Staßfurt arrangierte sich gut mit den nicht einfachen Platzverhältnissen, nahm die Herausforderung fair an. Der sportliche Wettkampf stand allein im Mittelpunkt. Beide Teams begegneten sich überwiegend auf Augenhöhe, sie neutralisierten sich in den ersten 30 Minuten. Torchancen blieben folglich Mangelware.

Dafür war Wulferstedt bei der ersten guten Möglichkeit hellwach. Daniel Brunke brach einmal geschickt durch, lief den Innenverteidigern davon, legte mit Übersicht auf den mitgelaufenen Wolter raus, der flach zum 1:0 einschoss (22.). Von beiden ganz stark gemacht! In der Folgezeit war Germania für Staßfurt gefährlicher als umgekehrt. In der 28., 30. und 32. Minute war Gäste-Keeper Matthias Lieder gefordert. Immer wieder setzte Daniel Brunke entscheidende Akzente. Die größte Chance vergab Staßfurt frei vor Torhüter Phillip Beisch, als uneigennützig nochmal quergelegt wurde (40.). Auch Felix Jesse hätte sein Team noch vor der Pause belohnen können, doch Beisch spekulierte richtig bei dessen Schuss aufs kurze Eck (45.).

Die Gleichwertigkeit setzte sich auch im zweiten Durchgang fort, wobei der neutrale Beobachter aber nie wirklich das Gefühl haben musste, dass Wulferstedt arg gefährdet ist. Dafür war Germania zu gut auf den Gegner eingestellt und ließ wirklich nicht viel zu. Ein technisch feiner Spielzug endete mit einem Pfostenschuss des unermüdlichen Daniel Brunke (55.). Als Gäste-Kapitän Mario Hosenthien seinen Kollegen David Siegel schön bediente, scheiterte letzterer knapp (56.). Auch René Jahn konnte Torhüter Lieder nicht überwinden (58.). In der 75 . Minute verletzte sich Mario Hosenthien auf den ersten Blick schwer und musste vom Platz getragen werden. Germania Wulferstedt wünscht dem Staßfurter Kapitän gute Besserung. Diese Szene sorgte vorübergehend für aufkochende Emotionen in der Schlussphase, wobei aber noch alles im sportlichen Rahmen blieb. Sebastian Stadler hätte das Spiel entscheiden können, legte sich aber vor dem Torhüter den Ball zu weit vor (83.). Als Wulferstedt in der Nachspielzeit die taktischen Vorgaben bereits umsetzte, schlug Philipp Charwat beim Klärungsversuch ein "Luftloch" und fiel im Strafraum mit der Hand auf den Ball. Unglücklich, aber den Handelfmeter kann man natürlich geben. Felix Jesse blieb nervenstark und ließ das Gäste-Lager jubeln (90.+3). Nach Abpfiff hatten beide Seiten Grund zum versöhnlichen Stelldichein kurz vor Weihnachten.

Germania Wulferstedt: Beisch - Behrens, Brunke, Charwat, Dilge, Buchholz, Reimann, Dreyer, Jekal (65. Stadler), Jahn (90. Grzenda), Wolter.

Torfolge: 1:0 Wolter (22.), 1:1 Jesse (Handelfmeter, 90.+3).

Schiedsrichter: Dirk Reider / Norbert Michael, Bernhard Mende.

Zuschauer: 86.