Nach einjähriger Abstinenz gibt es ihn wieder, den alten und ehrwürdigen Klassiker der Sachsen-Anhalt-Liga im Handball der Männer zwischen dem SV Langenweddingen und den Gästen der TSG Calbe. Zudem ist es ein Spitzenspiel, denn der Tabellenerste trifft auf den derzeitigen Zweiten. Der Anwurf erfolgt um 17.30 Uhr.

Langenweddingen (red) l Nachdem die Gäste in der vergangenen Saison noch in der Mitteldeutschen Oberliga unterwegs waren und am Ende nur knapp den Klassenverbleib verpassten, streben sie natürlich den sofortigen Wiederaufstieg an.

Sie stehen zwar nicht ganz oben, aber sie haben es selber in der Hand. Mit einem Auswärtserfolg würde man am SVL vorbeiziehen, wahrscheinlich dann auch unaufhaltsam Richtung Meisterschaft, wie SVL-Trainer Markus Deinert meint: "Gewinnt Calbe heute bei uns, sind sie vorbei und ich glaube kaum, dass sie noch was abgeben werden, auch wenn die Saison noch lang ist. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht auch gewinnen wollen, doch dazu bedarf es einer klaren Steigerung zur Vorwoche."

Die TSG scheint als Team nach dem Abstieg noch mehr gefestigt zu sein, der Stamm ist seit Jahren der gleiche und hervorragend eingespielt. Namen wie Hulha, Kralik, Hübner oder Sowa sind dem SVL natürlich noch bekannt, hinzu kommt mit Torhüter Andreas Wiederholt ein ganz starker Rückhalt. Sie befinden sich in überragender Form und spielten ihre Gegner zuletzt förmlich an die Wand. Zuerst erwischte es Haldensleben, da führte die TSG bereits nach Durchgang eins mit 17:4 und gewann am Ende 36:19. In der Vorwoche wurde dem BSV Magdeburg eine Lektion erteilt, mit 30:21 waren die Gäste absolut chancenlos, wurden mit dem 16:6 zur Pause ebenfalls förmlich überrannt.

Aber dies bedeutet für den SVL ja nichts Unbekanntes, was auch Markus Deinert so sieht: "Ich erwarte eine ganz schwere Aufgabe für uns. Calbes variantenreiches Angriffsspiel, sowie ihr schnelles Umschalten müssen wir unterbinden. Wenn wir in der Deckung wieder über uns hinaus wachsen und somit in unsere Gegenstöße kommen und dann im Torabschluss so gut wie nichts weglassen, dann können wir auch gegen Calbe bestehen." Anders als noch im Hinspiel, zwar konnte man die Partie lange offen gestalten, doch bedingt einiger Fehlentscheidungen der damaligen Unparteiischen bzw. einer schlechten Trefferquote in der Schlussphase, gab man ein enges Spiel aus der Hand und verlor mit 33:26 noch relativ deutlich. Dies soll heute natürlich alles anders werden.

Doch personell gesehen sieht es mal wieder nicht rosig aus. Zwar werden Matthias Krüger und Stefan Schult zurückkehren, dafür werden aber Ricardo Schult (Privat) und Mark Illig (Arbeit) fehlen. Tim Heine und Sebastian Schneider konnten auf Grund ihrer Erkältung unter der Woche gar nicht trainieren, hinter ihrem Einsatz steht noch ein großes Fragezeichen. Der SVL will jedenfalls seinen Heimvorteil nutzen und erhofft sich viel Unterstützung. Das gesamte Sülzetal ist eingeladen, es soll ein Spektakel werden, zumal auch mit vielen Gästeanhängern gerechnet wird.