Da war deutlich mehr drin! Die Frauen des TSV Niederndodeleben verpassen gegen den Tabellenführer aus Markranstädt den greifbaren Punktgewinn und haben mit 23:27 (14:13) das Nachsehen.

Niederndodeleben l Im Spitzenduell des Spieltages in der Mitteldeutschen Oberliga empfing die heimische Sieben des TSV Niederndodeleben den Tabellenführer SC Markranstädt. Nach den gezeigten Leistungen gegen Görlitz und auch die derzeitige Mannschaft der Stunde Rödertal 2 rechnete sich TSV-Trainer Michael Funke gegen den Ligakrösus einiges aus.

Die Anfangsphase der Begegnung gestalteten beide Mannschaften ausgeglichen (3:3/4. Minute). In der Folge zeigten sich die Gäste etwas zielsicherer und erhöhten zur eigenen 4:7-Führung (10.). Mit einer starken Vanessa Sichmund im Rücken kamen die TSV-Frauen wieder besser ins Spiel, beim 8:9 (15.) durch Stefanie Beyer waren sie wieder dran. Die Dodeleberinnen konnten den Tabellenführer weiter unter Druck setzen. Einen Ballgewinn und Gegenstoß von TSV-Kreisläuferin Ina Bruckbauer beim Stand von 11:11 (24.) konnte Gästespielerin Vivian Walzel nur durch eine Notbremse unterbinden, für die sie zu Recht die Rote Karte sah. Den anschließenden Strafwurf verwandelte Conny Bergmann zur ersten TSV-Führung beim 12:11. Nun legten die TSV-Frauen vor, die Gäste zogen nach. Vor dem Pausenpfiff konnte Ina Bruckbauer wieder nur durch eine rüde Aktion gestoppt werden, die fällige Zeitstrafe blieb aber aus. Der fällige Strafwurf ging nur an die Latte und der erfolgreiche Nachwurf wurde abgepfiffen, so ging es beim 14:13 in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel sahen die zahlreichen Zuschauer weiter zwei gleichwertige Mannschaften. Besonders zeichneten sich auf beiden Seiten die Torfrauen aus, Sabine Meier nun im TSV-Tor und Anne Voigt zwischen den Gästepfosten. Für eine unnötige Abwehraktion auf der Außenseite kassierte nun auch Josephin Klöppel eine Rote Karte (33.) und wurde auf die Tribüne geschickt. Dem Spiel tat dies keinen Abbruch. Ina Bruckbauer netzte vom Kreis zum 17:16- Zwischenstand (42.) ein. Nun folgte die spielentscheidende Phase: Während die Gäste ihren Stiefel weiter spielten, ließ nun bei der Heimsieben etwas die Kraft und damit die Konzentration nach. Die Folge war eine zehnminütige Torflaute bei den Hausherrinnen. Die Randleipzigerinnen spielten selbst nicht überragend, nutzten aber ihre Torchancen erheblich besser. So gelang erst Mandy Mainka mit ihrem Kontertreffer zum 18:23 (52.) wieder ein Heimtor. Die Vorentscheidung war damit gefallen. Die Gäste erhöhten sogar noch auf 19:26 (56.). Die TSV-Frauen zeigten jedoch Moral, bissen noch einmal und schlossen zum 23:26 (59.) auf. Leider kam dieser Schlussspurt zu spät, Markranstädt machte mit dem Treffer zum 23:27 den Doppelpunktgewinn fest.

TSV-Trainer Michael Funke sah die Begegnung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Kompliment an die Mannschaft, abgesehen von der torlosen Phase in der zweiten Halbzeit war sie dem Tabellenführer in allen Belangen ebenbürtig. Wir wussten, dass Markranstädt das Tempo über die gesamte Spielzeit aufrecht erhält, dazu fehlten uns gerade im Rückraum die Alternativen. Mit der gezeigten Leistung rechne ich mir gegen die direkte Konkurrenz aus Burgenland, Magdeburg und Chemnitz, auf die wir in den nächsten drei Spielen treffen, aber einiges aus."

TSV: Vanessa Sichmund, Sabine Meier - Anika Wilke 1, Stefanie Beyer 3, Vanessa Tornow, Ina Bruckbauer 2, Veronika Bange 10/1, Franziska Sprotte, Tina Matthei, Josephin Klöppel, Conny Bergmann 4/1, Mandy Mainka 3.

Strafwürfe: TSV 4/2, Markranstädt 5/3. Zeitstrafen: TSV 2, Markranstädt 4. Rote Karten: Vivan Walzel (24., grobes Foulspiel), Josephin Klöppel (32., grobes Foulspiel). Schiedsrichter: Oliver Niedtner, Thomas Schüller (HV Sachsen).