Eine schwache Chancenverwertung war das Hauptmanko des HSV Haldensleben beim Punktspiel am Sonnabend in Wernigerode. Am Ende musste die Mannschaft von Matthias Schröder verdientermaßen die nächste Niederlage hinnehmen. Der HSV unterlag mit 24:28 (11:15).

Wernigerode (ige/cme) l In der Anfangsphase begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, den Wernigeröder Führungstreffer konterte der HSV Haldensleben mit einer zwischenzeitlichen 4:2-Führung. Die Hausherren ließen in dieser Phase bereits einige gute Möglichkeiten liegen, so blieb der gegnerische Keeper im Siebenmeterduell mit Gorden Müller gleich zweimal Sieger. Die Rückkehr des Wernigeröder Rückraumschützen nach langer Verletzungspause wirkte sich ansonsten sehr positiv auf das Angriffsspiel aus, mit seiner Dynamik markierte er bereits in der ersten Halbzeit vier Treffer.

Bis zum 9:8 blieb die Partie offen, auch weil der HSV Haldensleben über seine linke Seite immer wieder erfolgreich abschloss und mit David Stolze einen sicheren Vollstrecker vom Siebenmeterpunkt hatte. Mit zwei Kontertoren von Markus Czaja setzten sich die Hausherren erstmals auf drei Tore ab (11:8/21.), auch eine Auszeit der Gäste schaffte zunächst keine Abhilfe. Wiederum schloss Benjamin Nierlein einen Tempogegenstoß ab, David Weist erhöhte von Außen auf 13:8. Fast sieben Minuten blieben die Haldensleber ohne eigenen Treffer, erst vom Siebenmeterpunkt ließ sich Andreas Wisotzky wieder überwinden.

"Unsere schlechte Chancenverwertung hat es uns heute fast unmöglich gemacht, etwas mitzunehmen. 40 Prozent Effektivität sind einfach zu wenig", legte HSV-Trainer Matthias Schröder den Finger in die Wunde.

Trotz doppelter Unterzahl legte Norman Hoffmann mit einem Kracher ins Dreiangel nach, allerdings ließen wenig später auch die Wernigeröder eine 6:4-Situation ungenutzt. Somit verkürzte der HSV Haldensleben mit der Pausensirene zum 15:11.

Nach dem Seitenwechsel begannen die Wernigeröder furios, mit drei Tempogegenstößen erhöhten Benjamin Nierlein, Norman Hoffmann und Markus Czaja auf 18:11. Danach wurde es hektisch. Binnen einer Minute kassierte der HVW vier Zeitstrafen, allerdings sah auch David Stolze nach einem Revanchefoul gegen David Weist etwas überzogen die Rote Karte (41.). Das Schiedsrichter-Gespann zog damit seine kleinliche Linie durch, bereits vor der Pause hatte es allein vier Zeitstrafen wegen Meckerns gegeben.

Mit nur zwei Feldspielern auf dem Parkett überstanden die Wernigeröder fast eine Minute ohne Gegentor, somit blieb der Vorsprung bei sechs Toren (23:17). Kurz darauf gab es die nächste Rote Karte gegen Haldensleben, diesmal traf es Tim Teßmann wegen Foulspiels.

Dennoch lief es im Angriff bei den Wernigerödern nicht mehr rund, auch weil die Haldensleber Abwehr aufmerksam agierte. Dafür lief auf der Gegenseite Keeper Andreas Wisotzky heiß. Mitte der zweiten Halbzeit entschärfte er gleich drei freie Würfe, auch im weiteren Verlauf brachte er die Haldensleber mit tollen Paraden an den Rand der Verzweiflung. Zwischenzeitlich führte der HVW noch einmal mit sieben Toren (26:19/56.), ehe der HSV Haldensleben in den Schlussminuten noch etwas Ergebniskosmetik betrieb.

Zur Schlusssirene stand für den HV Wernigerode nach spielerisch überzeugender Vorstellung ein in jeder Beziehung verdienter 28:24-Sieg zu Buche, bei dem Neuzugang Dennis Ninnemann am Kreis ein gelungenes Debüt gab und sein Premierentor erzielte.

Der HSV Haldensleben befindet sich nach der fünften Niederlage im freien Fall.

HSV Haldensleben: Mocker, Domann - Möritz (1), Teßmann, Kruse (4), Demuth (5), Rühl (5), Bierhals, Fister, Wille (1), Stolze (5), Krüger (3).

Zeitstrafen: HV Wernigerode 8 - HSV Haldensleben 4 + Rote Karte gegen David Stolze (36.) und Tim Teßmann (42.); Siebenmeter: HV Wernigerode 7/5 - HSV Haldensleben 4/4.